Dokumentarfilm aus Sachsenheim Haben es Schwule schwerer?

Die Abiturienten und Filmemacher Marvin Grözinger, Frederic Griesbaum und Julian Hirsch. Foto: Factum/Weise
Die Abiturienten und Filmemacher Marvin Grözinger, Frederic Griesbaum und Julian Hirsch. Foto: Factum/Weise

Die Abiturienten Frederic Griesbaum, Marvin Grözinger und Julian Hirsch wollen wissen, wie die Gesellschaft über Homosexuelle denkt. Die Drei haben sich richtig reingekniet und einen zwölfminütigen Dokumentarfilm gedreht.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Hilke Lorenz (ilo)
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Sachsenheim - Es steckt nun doch mehr Arbeit in einem Filmprojekt, als sie erwartet haben. Frederic Griesbaum, Marvin Grözinger und Julian Hirsch kommen auf den letzten Metern bis zur ersten öffentlichen Präsentation ihres Zwölf-Minuten-Filmes „Schwul – ein Problem?“ ganz schön ins Schwitzen. Wer wird am Samstagabend wohl alles in das Stuttgarter Tango-Café Tango Ocho in den Wagenhallen kommen, wie viel Getränke muss man ordern – das sind Fragen, die die drei Sachsenheimer Abiturienten gerade bewegen.

Theorie im Unterricht, Praxis auf der Königstraße

Dabei ist ihr Werk längst fertig und der anstrengende Teil eigentlich getan. Ein Schuljahr lang haben sie bis zu den vergangenen Pfingstferien im Rahmen des Seminarkurses, der als mündliches Abitur angerechnet wird, an ihrem ersten Film gearbeitet. Ihre Aufgabe war es, einen Dokumentarfilm über Subkulturen zu drehen. Auf die dienstägliche Theorie zum soziologischen Hintergrund und dem filmischen Rangehen im Rahmen des Kunst- und Gemeinschaftskunde-Unterrichts folgten in der Freizeit spannende Begegnungen mit Interviewpartnern und Passanten auf der Stuttgarter Königstraße und an vielerlei anderen Orten. Denn irgendwann war den dreien klar, dass sie sich nicht wie angedacht in die Welt der Schönheitsoperationen vertiefen wollen. Sie hatten ihr Thema gefunden: Sie wollten ergründen, was die Gesellschaft über Homosexuelle denkt und wie die Betroffenen selbst ihre Lage einschätzen.

„Dabei haben wir viel gelernt“, sagen Frederic (17), Marvin (17) und Julian (18). Denn „schwul“ ist unter manchen Jugendlichen ein Schimpfwort und in der Altersgruppe der Filmemacher ein Thema, über das man vielleicht tuschelt, aber nicht offen spricht. Die drei wollten wissen, wie es wirklich ist, und fragten nach. Großes Vorbild waren die Filme, die das ZDF auf seinem Dokumentarfilmplatz „37 Grad“ zeigt.




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