Donald Trump in der New York Times Eine Enzyklopädie der Beleidigungen

Von pho 

Die New York Times präsentiert eine Liste aller Beleidigungen, die Donald Trump seit seiner Kandidatur auf Twitter gepostet hat. Das sind eine ganze Menge – denn Trump wettert gegen Menschen und Dinge gleichermaßen.

Laut New York Times hat Donald Trump seit Juni 2015 insgesamt 281 Personen, Orte und Dinge beleidigt. Foto: AFP
Laut New York Times hat Donald Trump seit Juni 2015 insgesamt 281 Personen, Orte und Dinge beleidigt. Foto: AFP

Stuttgart - Was haben der Superbowl, der US-Schauspieler Samuel L. Jackson und der Versandhändler Amazon gemeinsam? Gut, sie alle kommen aus den USA. Aber seit dieser Woche haben sie eine weitere Gemeinsamkeit: Sie alle wurden vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump auf Twitter beleidigt. So ist der Superbowl laut Trump „sehr langweilig“, Samuel L. Jackson immerhin noch „langweilig“, weil er zu viel TV-Werbung mache und Amazons Aktien würden „zerbröseln wie eine Papier-Tüte“, wenn das Unternehmen endlich einmal fair Steuern zahlen würde. Vor allem letztere Äußerung ist interessant, wenn man bedenkt, dass Trump sich selbst rühmt, jahrelang keine Steuern bezahlt zu haben.

Möglich gemacht hat diese amüsante und zugleich abstoßende Sammlung die New York Times. Deren Statistik-Ableger „The Upshot“ hat alle Tweets analysiert, die Donald Trump über Twitter abgesetzt hat, seit er im Juni 2015 seine Kandidatur zum US-Präsidenten verkündet hat. Das sind mehr als 4000 kurze Aussagen, die er auf Twitter seinen 12,7 Millionen Followern präsentiert hat. Laut New York Times beinhaltet jeder achte Tweet eine persönliche Beleidigung. Zwei komplette Seiten der Montagsausgabe des Traditionsblattes sind gefüllt mit den Beleidigungen des Präsidentschaftskandidaten.

Trumps Beleidigungen sind beispiellos

Nicht sehr überraschend ist, dass seine Gegner, allen voran Hillary Clinton, dabei am häufigsten Ziel seiner Attacken sind. Clinton ist vor allem „crooked“ (betrügerisch) und eine „pathologische Lügnerin“. Ihren innerparteilichen Konkurrenten Bernie Sanders nannte Trump „verrückt“ und „ausgebrannt“. Aber auch seine Rivalen im Rennen um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner haben ihr Fett wegbekommen. Jeb Bush nannte er ein „Leichtgewicht“, Marco Rubio einen „Witz“. US-Präsident Barack Obama bescheinigte er in einem Tweet: „Präsident Obama wird als vielleicht schlechtester Präsident in die Geschichte der Vereinigten Staaten eingehen!“ Trump hat auch Angela Merkel vorgeworfen, dass sie „Deutschland ruiniert“, ein Land, in dem mittlerweile „ein totales Durcheinander“ und „große Kriminalität“ herrscht.

Auffällig dabei ist, dass die Beleidigungen Trumps vor allem persönlicher Natur sind – ein Novum im US-Wahlkampf und eine Entwicklung, die vielen Polit-Beobachtern die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Die New York Times zitiert einen Geschichtsprofessor, der sich nur an eine Beleidigung erinnern kann, die ähnlich derb war wie das, was Trump tagtäglich über Twitter abfeuert: 1948 hatte der Präsident Harry S. Truman seinen republikanischen Gegner im Wahlkampf wegen seines Schnauzbarts mit Hitler verglichen.

Auch Dinge bekommen ihr Fett weg

Auch ganz oben dabei bei der Beleidigungs-Orgie Trumps sind die Medien in den USA. Sie sind generell „dishonest“ (unehrenhaft), CNN ist „das Schlimmste“, bei Fox News arbeiten „Clown-Ansager“ und die New York Times selbst ist „ein Witz“ und „erlaubt unehrenhaften Schreibern Geschichten total zu erfinden“.

Interessant ist auch, welche Dinge Trump ebenso hart angeht wie Personen oder Organisationen. Beispielsweise das Mikrophon bei der ersten TV-Debatte, der Song „Rockin in the Free World“ von Neil Young sowie TV-Werbung. Insgesamt zählt die New York Times 281 Adressaten der Beleidigungen. Das Schlimme daran: Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch nach der Wahl wird Trump wohl verbal um sich schlagen.




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