Easyjet in Stuttgart zurückhaltend Eurowings behält vorerst Monopol auf Berlin-Strecke

Von Josef Schunder 

Wer von den Fildern in die deutsche Hauptstadt düsen will, kommt nach dem Corona-Lockdown an Eurowings nicht vorbei. Und Wettbewerber sind weiterhin nicht in Sicht.

Es war einmal vor der Corona-Krise: Damals war Easyjet in Stuttgart am Start. Die Rückkehr ist nicht absehbar. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Es war einmal vor der Corona-Krise: Damals war Easyjet in Stuttgart am Start. Die Rückkehr ist nicht absehbar. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Flugreisende auf der Strecke Stuttgart-Berlin müssen noch mindestens anderthalb Monate auf weitere Ticketanbieter und mehr Wettbewerb der Fluggesellschaften hoffen – und damit wahrscheinlich auch auf günstigere Preise. Die englische Airline Easyjet plane „zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Inlandsflüge in Deutschland“, also auch nicht auf der Strecke zwischen Stuttgart und Berlin. Das erklärte ein Sprecher des Unternehmens, das vor der Coronakrise mit Eurowings bei den Berlin-Flügen konkurrierte, gegenüber unserer Zeitung. Darum dürfte es im Flugbetrieb, der nach dem Corona-Lockdown nur nach und nach wieder hochgefahren wird, auf Wochen hinaus beim Angebot der Lufthansa-Tochter Eurowings bleiben.

Das sieht man auch bei der Stuttgarter Flughafengesellschaft so. Im aktuellen Sommerflugplan, der bis zum 24. Oktober gilt, rechne man nicht mehr mit einer Rückkehr von Easyjet auf dieser Strecke, sagte Flughafensprecherin Beate Schleicher, „damit verbleibt Eurowings momentan als einziger Anbieter auf dieser Strecke“. Und Easyjet bedient somit in Stuttgart nur die London-Strecke.

Bleibt der Atlanta-Flug für immer gestrichen?

Bangen muss der Flughafen auch um die prestigeträchtige Verbindung Stuttgart-Atlanta, die wegen der Teilsanierung der Start-und-Lande-Bahn Anfang April vorübergehend eingestellt werden sollte, dann aber schon vorher dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen war. Bisher hat die US-Fluggesellschaft Delta Airlines die Verbindung nicht wieder aufgenommen.

Nach den Ankündigungen der US-Regierung, die Standorte der Army in Stuttgart zu schließen, erscheint auch das völlig Ende dieser Flugverbindung möglich. Denn die US-Soldaten und ihre Familienangehörigen haben über viele Jahre hinweg zum Erfolg der Flugverbindung beigetragen – wie auch Beschäftigte von Daimler und Zulieferunternehmen der Automobilindustrie, die über Atlanta die Autowerke in den US-Südstaaten erreichten. Falls die Verbindung gestrichen wird, müssten die Reisenden künftig wohl über Frankfurt, München oder Amsterdam in Richtung USA starten.

Dennoch kehrt wieder das eine oder andere Flugziel ab Stuttgart zurück. So hat die Fluggesellschaft Air Baltic jetzt mitgeteilt, dass sie von diesem Freitag an wieder zwischen Stuttgart und der lettischen Hauptstadt Riga fliegt. Zunächst werde es zwei Verbindungen pro Woche geben. Bei ausreichendem Bedarf könne das Angebot ausgeweitet werden. Auch SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, meldete am Freitag das Hochfahren der Aktivitäten. Man baue das Flugprogramm aufgrund der steigenden Nachfrage in der verbleibenden Sommersaison deutlich aus. Der Ferienflieger bietet mehr als 30 wöchentliche Flüge allein von seinem Stuttgarter Abflughafen.




Unsere Empfehlung für Sie