Ehemalige WEG-Trasse in Vaihingen an der Enz Neuer Radweg auf Ex-Schienenstrecke

Von Susanne Mathes 

Neue Verbindung mit langer Vorgeschichte: In Vaihingen an der Enz ist aus der ehemaligen WEG-Schienentrasse jetzt ein Radweg geworden – für die Stadt ein großer Zugewinn.

Honoratioren-Radeln zum Auftakt auf der einstigen Bahntrasse. Zugute kommen wird der Rad- und Fußgängerweg aber auch rund 2000 Schülern von mehreren nahe gelegenen Schulen. Foto: factum/Jürgen Bach
Honoratioren-Radeln zum Auftakt auf der einstigen Bahntrasse. Zugute kommen wird der Rad- und Fußgängerweg aber auch rund 2000 Schülern von mehreren nahe gelegenen Schulen. Foto: factum/Jürgen Bach

Vaihingen an der Enz - Auf einer einstigen Schienenstrecke in Vaihingen ist am Donnerstag ein rund drei Kilometer langer Rad- und Fußgängerweg eröffnet worden. Und zwar 20 Jahre, nachdem die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) ihren Güter- und Personentransport durch Vaihingen eingestellt hat. 2,7 Millionen Euro hat das Projekt gekostet, 1,7 Millionen übernehmen Land, Verband Region Stuttgart, der Landkreis und ein privater Investor. Die Etappe soll, sagt Oberbürgermeister Gerd Maisch, perspektivisch auch in die Richtungen Kleinglattbach und Enzweihingen erweitert und in den Enztalradweg eingebunden werden. Insgesamt soll die Strecke einmal sieben Kilometer lang sein.

Die Radstrecke bescherte Vaihingen 2009 den ersten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte. Damals fiel das Votum gegen einen Radweg aus – ganz im Sinne von Verwaltung und Gemeinderat. „Wir waren mitten in der Finanzkrise“, meinte Maisch, „man dachte, das sei das Schlimmste, was passieren könne.“ Corona veränderte diese Einschätzung. Die Einsicht, dass die Umnutzung für Vaihingen sowohl praktischen als auch Prestige-Gewinn bringen könnte, kam aber schon vor einigen Jahren, und das Projekt wurde erneut vorangetrieben.

Dass dennoch so viel Zeit ins Land ging, lag unter anderem an einem langwierigen Entwidmungsverfahren für die Bahntrasse. Erst eine Verfügung des Verkehrsministeriums machte den Weg für die Umnutzung frei. Von der neuen Verbindung durch die Stadt profitieren nicht zuletzt rund 2000 Schüler mehrerer nahe gelegener Schulen. Uwe Lehmann, Rektor der Ferdinand-Steinbeis-Realschule, bezeichnete den Radweg als „unwahrscheinlich wichtig für die Schulen in der Gegend“ – als sichere, gesunde und der Klimabilanz förderliche Rad-Alternative.




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