„Eine Million Sterne“-Aktion in Stuttgart Caritas macht auf Menschen am Rande der Gesellschaft aufmerksam

Die Solidaritätsaktion der Caritas findet seit 2007 statt. Foto: imago/Eibner/Fleig
Die Solidaritätsaktion der Caritas findet seit 2007 statt. Foto: imago/Eibner/Fleig

Der Stuttgarter Schlossplatz wird am Samstag in warmes Kerzenlicht getaucht. Die Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ der Caritas will damit auf die Menschen am Rande der Gesellschaft aufmerksam machen.

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Stuttgart - Wenn es Herbst wird, dann wird der Stuttgarter Schlossplatz seit Jahren für ein paar Stunden in warmes Kerzenlicht getaucht. Und jede dieser weißen Kerzen steht für einen Menschen in Not – deutschlandweit und auf der ganzen Welt.

Die Solidaritätsaktion „Eine Million Sterne“ der Caritas findet seit 2007 statt. Immer wieder bleiben an diesem Samstag Passantinnen und Passanten stehen, machen Fotos und fragen nach dem Sinn der Aktion. „Die Kerzen sind ein guter Aufhänger, um ins Gespräch zu kommen über unsere Arbeit und unser Anliegen“, sagt Caritas-Sprecherin Katja Kubietziel. Sie und ihre Mitarbeiter wollen aufmerksam machen auf Menschen am Rande der Gesellschaft.

Unterstützt werden ein Projekt in Kenia und die Mobile Jugendarbeit Stuttgart

Johannes Ross war für die Organisation zuständig. Wegen der strengen Hygieneregeln und der angespannten Pandemiesituation hat er bewusst auf Bewirtung, eine Bühne sowie Reden und Musik verzichtet. Für jeden, der möchte, zündet sein Team eine Kerze an. Ob mit oder ohne Spende.

Gesammelt wird zum einen für ein Projekt in Kenia – das Geld soll jungen Menschen helfen, im größten Slum der Hauptstadt Nairobi Zukunftsperspektiven zu entdecken. Aber auch die Mobile Jugendarbeit Stuttgart soll unterstützt werden – konkret geht es um den Stadtteil Zuffenhausen, in dem die Spenden für warme Winterkleidung oder Bewerbungsmappen, aber auch zur Unterstützung von Nachhilfe und Homeschooling eingesetzt werden sollen. Jugendliche und junge Erwachsene erleben seit dem vergangenen Jahr eine besonders schwierige Zeit, und leider führte dies auch in Stuttgart zuletzt immer wieder zu Spannungen.

Viele Passanten interessieren sich für das Projekt

Die Sozialarbeiter setzen deshalb darauf, die Jugendlichen möglichst früh abzuholen, um ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Symbolisch dafür steht der Bus auf dem Schlossplatz: Man sucht Kontakt, bietet Freizeitmöglichkeiten oder einfach nur Gespräche an. „Es ist sehr viel Beziehungsarbeit gefordert, um Vertrauen zu schaffen“, sagt Jutta Jung von der Mobilen Jugendarbeit.

Viele Passanten interessieren sich für das Projekt. Eine junge Frau spendet gerne fünf Euro für eine Kerze und verewigt sich damit im Lichtermeer der Hoffnung. „Es gibt auch eine ältere Dame, die seit sechs Jahren kommt und jedes Mal ein Foto macht“, sagt Katja Kubietziel. Mit dem Riesenrad im Hintergrund dürfte der diesjährige Schnappschuss ein besonderer bleiben.




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