Einhorn-Tunnel in Schwäbisch Gmünd Pünktlich zur Landesgartenschau

Politik/Baden-Württemberg: Rüdiger Bäßler (rub)
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Fast vergessen sind nun schon die langjährigen Mühen des Bauens, die zusätzlichen Staus, der Dreck und Lärm, die Furcht, das alles würde nicht mehr fertig werden, bis kommendes Jahr die Landesgartenschau in der Stadt beginnt und sich die Bagger gegenseitig behindern. „Ein schöner und hoffnungsvoller Tag“ sei die Eröffnung für die Gmünder und alle Menschen der Region, sagt der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl (FDP). Vorbei sei es nun mit den „unzumutbaren Verkehrsverhältnissen“, die Gmünder seien entlastet von Abgasen und gewännen Raum zur Stadtentwicklung. Für Schmalzl ist der Tunnel sogar ein „Jahrtausendprojekt“. Auch deswegen, weil es gelungen sei, die Bürger mitzunehmen.

Ein Beispiel für gelungene Bürgerbeteiligung

Tatsächlich ist der Tunnelbau von Gmünd ein Musterbeispiel für gelungene Bürgerbeteiligung. 700 öffentliche Führungen hat das Regierungspräsidium während der Bauzeit organisiert, annähernd 20 000 Interessierte haben sich dabei informieren lassen. „Unsere Bürger sind jetzt beteiligungsgeschult“, sagt der Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU). Was das praktisch bedeutet, macht Chefingenieur Hamm anschaulich: „Wir hatten in den sechs Jahren, in denen ich hier bin, vielleicht zehn Leute, die sich beschwert haben.“ Neben der umfassenden Aufklärung hat das auch mit richtigen Berechnungen zu tun. Die Setzungen des Tunnelbauwerks – in der Regel nicht mehr als 1,5 Zentimeter – ließen Brücken, Gleise und Hausfassaden fast überall unbeschädigt. Wo es doch zu einzelnen Rissen kam, ließ das Regierungspräsidium die Schäden rasch beseitigen.

Am Wochenende sind die letzten Kehrmaschinen durch die große Röhre gefahren, die Tunnelportale sind mit Bäumchen und frischer Farbe aufgehübscht worden. Alles ist angerichtet für den Festakt am Vormittag. Tunnelbauer Hamm aber sagt froh: „Ich werde in meinem Leben wohl keinen zweiten Tunnel mehr bauen.“

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