Einkaufsstraße in Weinstadt Tempolimit und ein Wasserspiel

Von Luitgard Schaber 

Weniger Autoverkehr, aber eine bequeme Anfahrt – die Pläne für die Umgestaltung der Endersbacher Einkaufsstraße liegen vor.

Die Endersbacher Einkaufstraße soll umgestaltet werden. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv
Die Endersbacher Einkaufstraße soll umgestaltet werden. Foto: Gottfried Stoppel/Archiv

Weinstadt - In Weinstadt versucht man sich an der Quadratur des Kreises. Denn einerseits möchte man den Autoverkehr in der Strümpfelbacher Straße, der Haupteinkaufsstraße im Teilort Endersbach, reduzieren. Auf diese Weise will man die Aufenthaltsqualität verbessern, um den ansässigen Einzelhandel zu stärken. Dies verlangt die Vereinigung der Weinstädter Unternehmer, kurz VWU, schon seit Jahren. Andererseits soll weiterhin eine bequeme Anfahrt mit entsprechenden Parkgelegenheiten möglich sein, um keine Kunden zu vergraulen. Nun gibt es konkretere Pläne, wie diese gegensätzlichen Anforderungen erfüllt werden könnten.

Der vordere Abschnitt der Strümpfelbacher Straße vom Viadukt bis zur Straße Pflaster solle zu einem „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ werden, erläutert Markus Baumeister, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu will man ein Tempo 20 einführen – bisher sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt –, um die Strüm­pfelbacher Straße für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen.

Auch für die Optik wird etwas getan

Für diese funktionale Aufwertung sei auch eine gestalterische nötig, wie Baumeister ausführt. Dafür muss einiges weg. Die Hochbeete sollen entfernt werden, Bäume fallen, auch Zebrastreifen müssen weichen. Fahrbahn und Gehwege sollen gleichermaßen einen Pflasterbelag bekommen. Das Ziel: „Fußgänger sollen nicht mehr gebündelt an Überwegen über die Straße gehen, sondern die Straßenseite wechseln können, wo sie möchten“, sagt Baumeister. Für Verkehrsberuhigung soll zudem ein Parkleitsystem für die beiden bestehenden Tiefgaragen sorgen, das anzeigt, ob und wie viele Stellplätze noch frei sind. Durch neue Grünflächen, die Aufwertung bestehender Brunnen und ein zusätzliches Wasserspiel installiert will man auch optisch die Attraktivität erhöhen.

Bis die Strümpfelbacher Straße zur Flaniermeile wird, dauert es indes noch einige Zeit. Vor dem Herbst des nächsten Jahres werde sicherlich nicht mit den Arbeiten in diesem ersten Bauabschnitt begonnen werden können, prognostiziert Baumeister. Dazu, wann der zweite Abschnitt folge, der sich von der Straße Pflaster bis zur Kornstraße erstreckt, könne er noch gar nichts sagen. Eine so aufwendige Neugestaltung wie im vorderen Bereich der Straße ist dort zwar nicht geplant, aber im Zuge einer Sanierung sollen die darunter verlaufenden Leitungen und die Verdolung des Haldenbachs ebenfalls instandgesetzt werden. Die Kosten: Nach ersten Schätzungen rechnet die Stadtverwaltung für den ersten Bauabschnitt mit nicht ganz 4,6 Millionen Euro und für den zweiten mit etwas mehr als 2 Millionen.

Händler nehmen noch Stellung

„Die Gestaltung ist jedoch noch nicht in Stein gemeißelt“, betont Baumeister. Nachdem der Gemeinderat den Vorentwürfen zugestimmt habe, wolle man nun dem Einzelhandel Gelegenheit geben, Vorschläge einzubringen. An diese Gespräche wolle man konstruktiv herangehen und sich erst die Gedanken anhören, die hinter den Plänen stünden, bevor man Kritik übe, sagt der VWU-Vorsitzende Christian Hartmann. „Es sind viele positive Ansätze dabei, und es gibt mehr Positives als Negatives.“

Wichtig sei der VWU eine möglichst gute Aufenthaltsqualität, aber der Verkehr solle gleichzeitig nicht ganz aus der Strümpfelbacher Straße verbannt werden, fasst er deren Standpunkt zusammen. Hierfür müsse ein guter Kompromiss gefunden werden.




Unsere Empfehlung für Sie