Elring-Klinger-Eigner Lechler gestorben Unternehmer aus Leidenschaft

Von ino 

Walter Lechler, Gesellschafter und langjähriger Aufsichtsratschef des Autozulieferers Elring-Klinger, ist überraschend gestorben. Noch auf der Hauptversammlung des Dichtungsherstellers hat er in dieser Woche die Interessen der Gesellschafter vertreten. Lechler wurde 75 Jahre alt.

Walter Lechler ist im Alter von 75  Jahren gestorben. Foto: Elring-Klinger
Walter Lechler ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: Elring-Klinger

Stuttgart - Walter Lechler, Gesellschafter und langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender des Autozulieferers Elring-Klinger, ist überraschend im Alter von 75 Jahren gestorben, teilte das Unternehmen mit. Lechler habe noch an der Hauptversammlung des Unternehmens in dieser Woche teilgenommen und die Stimmrechte der Lechler-Familie vertreten. Die Nachricht von seinem Tod „erfüllt uns mit tiefer Trauer. Mit ihm verliert Elring-Klinger seine väterliche Leitfigur“, würdigte Aufsichtsratschef Klaus Eberhardt den Verstorbenen. „Neben seiner tiefen unternehmerischen Überzeugung und seinem außerordentlichen sozialen Engagement hat mich sein klarer Blick für das Wesentliche beeindruckt“, sagt Stefan Wolf, der Vorstandschef des Dichtungshersteller in Dettingen/Erms. „In seiner ruhigen Art hat er auch in hektischen Zeiten komplexe Fragestellungen besonnen und umsichtig beleuchtet, um eine langfristig überzeugende Lösung herbeizuführen.“

Die Stiftung erbt die Anteile

Lechler, der BWL studiert hat, stammt aus einer Stuttgarter Unternehmerfamilie. Er war Vorsitzender des Gesellschafterausschusses und hat viele Jahre lang dem Aufsichtsrat des Autozulieferers vorgesessen. Erst im Mai 2017 ist er altersbedingt aus dem Kontrollgremium ausgeschieden; seine Nachfolge hat Klaus Eberhardt, der frühere Vorstandschef von Rheinmetall, angetreten. Nicht nur diese wichtige Position, sondern auch seinen Nachlass hat der Unternehmer frühzeitig geregelt. Die Anteile von 22 Prozent an Elring-Klinger, die Lechler selbst hielt, sollen der Familienstiftung zufallen, schreibt Elring-Klinger in einer Mitteilung. Damit sei die Lechler-Stiftung künftig mit 52 Prozent am Zulieferer beteiligt. Die restlichen Anteile halten institutionelle und private Anleger. Die Stiftung engagiert sich etwa in den Bereichen Behinderten- und Altenhilfe.

Neben Elring-Klinger gehört der Unternehmerfamilie auch der gleichnamige Hersteller von Zerstäubungstechnik in Metzingen, dessen geschäftsführender Gesellschafter Walter Lechler bis zuletzt war. 25 000 Düsenvarianten habe das Unternehmen im Angebot. Mit diesen Düsen können Flüssigkeiten dosiert und zielgerichtet versprüht werden. Lechler-Technik ist in Schneekanonen, in Stahlwerken und Kreuzfahrtschiffen zu finden. Die Kunden kommen aus der Industrie und der Landwirtschaft. Allein in Metzingen beschäftigt das Unternehmen 300 Mitarbeiter.

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