Wickeltische in Herrentoiletten Gleichberechtigung beim Windelnwechseln

Hose voll? Und mit Papa unterwegs? Auf nach New York! Foto: dpa
Hose voll? Und mit Papa unterwegs? Auf nach New York! Foto: dpa

Babys wickeln ist nicht allein die Aufgabe von Frauen – deswegen müssen in New York nun auch alle Herrentoiletten in öffentlichen Gebäuden mit Wickeltischen ausgestattet werden.

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New York - Der moderne Mann hat viel zu tun: Er zeigt vollen Einsatz im Beruf, spielt abends mit den Kindern, hilft bei Hausaufgaben und im Haushalt, mäht den Rasen und wechselt die Windeln. So weit zur Theorie. Doch nicht immer sind es Unwille oder Unvermögen, die Männer daran hindern ihren Mann zu stehen. Bisweilen ist es aus verblüffend banalen Gründen einfach unmöglich. Was tun, wenn das Kind während des Einkaufs die Hose bis zum Kragen voll hat und der Wickeltisch in der Damentoilette steht? Einfach reingehen und sich möglicherweise dem Vorwurf des Voyeurismus aussetzen? Oder die Sache aussitzen und das Malheur erst zu Hause beseitigen – wo die Partnerin einen als Rabenvater bezeichnet, weil das Kind eine halbe Stunde im verdauten Frühstück saß?

Die Stadt New York hat dieses Problem erkannt – dort müssen künftig auch alle Herrentoiletten in öffentlichen Gebäuden mit Wickeltischen ausgestattet werden. Bürgermeister Bill de Blasio verkündete am Dienstag (Ortszeit) ein entsprechendes Gesetz, das binnen sechs Monaten umgesetzt werden muss. „Dieses Gesetz stellt für alle Eltern den Zugang zu einer solchen Ausstattung in öffentlichen Gebäuden sicher, egal welchem Geschlecht sie angehören.“ Für die Eltern in der Millionenmetropole sei dies „ein großer Schritt nach vorne“. „Zu oft sind Väter wie auch Eltern, die sich weder als Mann noch als Frau sehen, von Angeboten für Familien ausgeschlossen. Das muss sich ändern“, fügte der Bürgermeister hinzu.

Der Stadtverordnete Rafael Espinal, der das Gesetz initiiert hatte, erklärte, New York sei die erste US-Metropole mit einer solchen Vorschrift. Damit übernehme die Stadt in diesem Bereich die Führungsrolle. New York geht also voran, und es bewahrheitet sich mal wieder, dass der moderne Mann in New York leben muss. In der Stadt, die niemals schläft. Denn das kann sich der Mann von heute ohnehin nicht leisten. Schließlich muss er vollen Einsatz im Beruf zeigen, abends mit den Kindern spielen, bei Hausaufgaben und im Haushalt helfen, den Rasen mähen und die Windeln wechseln. Künftig immerhin auf der eigenen Toilette.




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