Energie Experten: Schnellerer Ausbau von Ökostrom-Kapazitäten nötig

Windräder drehen sich in einem Windfeld am Hauke-Haien-Koog an einem Deich der Nordseeküste. Foto: Axel Heimken/dpa Foto: dpa
Windräder drehen sich in einem Windfeld am Hauke-Haien-Koog an einem Deich der Nordseeküste. Foto: Axel Heimken/dpa

Die neue Ampel-Koalition will als erklärtes Ziel den Ausstieg aus der Kohle deutlich auf 2030 vorziehen. Dafür müssten erneuerbare Energien laut Experten aber deutlich schneller zur Verfügung stehen.

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Köln - Die Stromziele der Ampel-Koalition erfordern nach Einschätzung von Energieexperten einen deutlich schnelleren Ausbau Erneuerbarer Energien sowie neue Gaskraftwerke.

Für einen auf 2030 vorgezogenen Kohleausstieg wäre ein Neubau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken mit einer Kapazität von insgesamt 23 Gigawatt notwendig, heißt es in einer am Montag vorgestellten Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln. Der aktuell geplante Ausbau liege jedoch bei lediglich 2,3 Gigawatt.

Zusätzlich müssten jährlich unterm Strich 14,6 Gigawatt Photovoltaik, 2,2 Gigawatt Windanlagen auf See und 3,9 Gigawatt Windanlagen an Land hinzukommen, um die Ausbauziele des Koalitionsvertrags zu erreichen. "Der durchschnittliche jährliche Zubau von Photovoltaik und Offshore-Wind der vergangenen zehn Jahre müsste dafür mehr als verdreifacht werden", sagte EWI-Experte Johannes Wagner laut der Mitteilung. Zuvor hatte das "Handelsblatt" über die Analyse berichtet.

Laut Koalitionsvertrag sollen im Jahr 2030 80 Prozent des Bruttostrombedarfs aus Erneuerbaren Energien stammen. "Idealerweise" soll bis 2030 kein Strom mehr aus Kohle produziert werden, heiß es.

Die Einschätzungen darüber, wie viele Gaskraftwerke für die Erreichung von Klimaschutzzielen bis 2030 gebaut werden müssen, gehen weit auseinander. So hatte eine im Oktober vorgestellte Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie den Neubaubedarf auf eine Kraftwerkskapazität von rund 43 Gigawatt geschätzt. Die Gewerkschaft IG BCE hatte daraufhin von rund 250 neue Gasturbinen gesprochen, die für die Sicherstellung der Stromversorgung nötig seien.

© dpa-infocom, dpa:211206-99-277234/2

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