Erfolgreiche junge Sportler in Stuttgart Als Ruderin aus dem Stand zum Erfolg

Von Tilman Baur 

Nora Radke hat erst im vergangenen Sommer mit dem Rudern angefangen. In Breisach am Rhein hat Nora Radke die erforderlichen 1000 Meter in etwas mehr als vier Minuten im Ruderboot zurückgelegt und feierte prompt einen ersten Titel.

Die 13-jährige Nora Radke kennt die entscheidenden Disziplinen beim Rudern: Technik, Kraft und Ausdauer Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Die 13-jährige Nora Radke kennt die entscheidenden Disziplinen beim Rudern: Technik, Kraft und Ausdauer Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Einen langen Anlauf zum Erfolg hat Nora Radke nicht gebraucht: Die 13-jährige ist im vergangenen Juli in ihrer Altersklasse baden-württembergische Meisterin im Rudern geworden. Dabei war sie zu dem Zeitpunkt noch ganz neu in dieser Sportart. „Ich habe erst in den Sommerferien angefangen zu rudern, davor bin ich hauptsächlich geschwommen“, so die Schülerin, die bei der Stuttgarter Rudergesellschaft 1899 trainiert.

Bei den Landesmeisterschaften im badischen Breisach am Rhein ließ sie im Finale fünf Konkurrentinnen hinter sich und erreichte die 1000-Meter-Zielmarke in 4:18 Minuten. Ganz fremd war ihr der Sport vorher allerdings nicht. „Meine Mutter hat früher gerudert. Meine Schwester hat zunächst Handball gespielt. Weil ihr das aber nicht gereicht hat, hat sie auch mit dem Rudern angefangen“, sagt Nora Radke. Ihr eigener sportlicher Schwerpunkt liegt bislang noch auf dem Schwimmen. „Ich schwimme leistungsmäßig, und rudere so, wie es eben klappt“, sagt Radke bescheiden.

Ausdauer ist in beiden Disziplinen wichtig

Das bedeutet: fünf Mal wöchentlich geht es nach der Schule zum Sport, geschwommen wird jeden Tag eineinhalb Stunden. Zwei- bis dreimal die Woche rudert Radke vorher noch. Vom Schwimmen habe sie bei ihrem Erfolg profitiert, meint Radke, Ausdauer ist in beiden Disziplinen wichtig. „Beim Rudern brauchst du Technik, Kraft und Ausdauer“, sagt sie.

Auf die Frage, ob sie Wettkämpfe mag, lacht Nora Radke und antwortet ohne zu zögern: „Ja!“ Nervös sei sie eigentlich nur kurz vor dem Start. Die Wettkampfatmosphäre jedenfalls gefalle ihr sehr gut – auch diese Einstellung dürfte ihren Erfolg begünstigt haben. Bald ist Radke 14, kommt zu den B-Junioren und überlegt sich, der neu entdeckten Sportart mehr Zeit zu widmen. „Das hängt natürlich auch vom Stundenplan ab“, sagt Radke.

Urkunde und Medaille im Rathaus

Am Freitag nahm Nora Radke im Rathaus eine Urkunde und eine Medaille für ihren Erfolg in Empfang. Neben ihr wurden mehr als 200 junge Sportlerinnen und Sportler für ihre Leistungen im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Veranstaltet wird dies von der Sportkreisjugend, der Jugendorganisation des Sportkreises Stuttgart. Als Dachverband der rund 300 Stuttgarter Sportvereine zählt der Sportkreis mehr als 170 000 Mitglieder.

Martin Maixner, Vorsitzender der Sportkreisjugend, sagte, es sei schön, die Sportler zu ehren, die sich durch Fairness und Ehrgeiz auszeichnen. Vor allem deshalb, weil der Profisport zuletzt viele negative Schlagzeilen wie Doping, Kommerz oder Raubbau an der Natur produziert habe. Neben den ausgezeichneten Sportlerinnen und Sportlern dankte Maixner Eltern und Trainern, die ihre Freizeit zur Verfügung stellten, um die Jugendlichen zu Training und Wettkämpfen zu begleiten.




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