Der Druck in Baden-Württemberg wächst Klimaschutz soll schneller gehen

Windkraft wird im Südwesten nur vereinzelt erzeugt. Foto: imago//Stefan Schurr
Windkraft wird im Südwesten nur vereinzelt erzeugt. Foto: imago//Stefan Schurr

Der Realisierungszeitraum neuer Anlagen im Land soll halbiert werden. Eine Studie kommt zum Ergebnis, dass die installierte Leistung zur Erzeugung grünen Stroms bis zum Jahr 2040 verfünffacht werden muss.

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
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Stuttgart - Baden-Württemberg will den Ausbau erneuerbarer Energie radikal beschleunigen. Die Umsetzungszeit von der Planung bis zum Bau neuer Anlagen soll mindestens halbiert werden. „Dafür stehe ich absolut ein“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nach der Sitzung des Kabinetts am Dienstag. Es dauere bis zu sieben Jahre, bis etwa Windräder in Betrieb gehen könnten. Die Ausführung werde immer langwieriger. Das müsse sich ändern, „sonst gerät der Wirtschaftsstandort Deutschland ins Hintertreffen“, sagte er.

Straffere Verfahren sollen kommen

„Es geht allen auf den Wecker, dass alles so lange dauert“, so der Ministerpräsident. Das Land wolle jetzt „exemplarisch bei diesem wichtigen Thema“ Beschleunigungen umsetzen. Eine entscheidende Rolle soll eine Task-Force spielen, die das Kabinett nun beschlossen hat. Vertreter verschiedener Ministerien, der Kommunen und zwei Regierungspräsidenten sollen dafür sorgen, dass die Genehmigungsverfahren gestrafft werden. Erste Ergebnisse werden im Dezember erwartet.

Leistung muss sich verfünffachen

Der Landtag hatte am 6. Oktober eine Novelle des Klimaschutzgesetzes verabschiedet. Demnach soll Baden-Württemberg spätestens bis zum Jahr 2040 klimaneutral sein. In einer Studie hat die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) nun untersucht, wie die Energieversorgung im Land umstrukturiert werden müsste, um das verschärfte Klimaschutzziel erreichen zu können. Das zentrale Ergebnis der Untersuchung, die unserer Zeitung exklusiv vorliegt: Trotz massiver Energieeinsparungen muss sich die installierte Leistung zur Erzeugung von erneuerbarem Strom bis 2040 mindestens verfünffachen. Zum Ausgleich der fluktuierenden Sonnen- und Windenergie enthält das Szenario neben der Annahme gut ausgebauter Stromnetze und Speicher auch den Neubau von Gaskraftwerken mit einer Leistung von 1,6 Gigawatt. Erzeugt würde der Strom demzufolge zu 70 Prozent aus Wind- und Sonnenenergie.

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