Esslingen Ausschuss pocht auf beleuchtete Wege

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Die Stadtverwaltung will keine Straßenlaternen im Außenbereich, doch damit kommt sie nicht durch.

Zugewachsen und schwer zu beleuchten sind  die Staffeln  ins Neckartal. Foto: /Horst Rudel
Zugewachsen und schwer zu beleuchten sind die Staffeln ins Neckartal. Foto: /Horst Rudel

Esslingen - Eine Abfuhr erhalten hat die Esslinger Verwaltung am Mittwoch im Mobilitätsausschuss: Seit langem fordert der Bürgerausschuss von RSKN (Rüdern, Sulzgries, Krummenacker und Neckarhalde), zwei ehemalige Weinberg-steigen zu beleuchten, die direkt zu den S-Bahnhöfen Mettingen oder Obertürkheim führen. Die Forderung war in der Vergangenheit immer mal wieder gestellt worden. Sie bekam neuen Auftrieb durch die Sperrung der Geiselbachstraße, die als Hauptverkehrsstraße von diesen nördlichen Stadtteilen ins Tal führt.

Die Stadtverwaltung hat sich immer wieder aus wirtschaftlichen Gründen gegen eine Beleuchtung der beiden Fußwege ins Tal gewehrt und auch in der Sitzung am Mittwoch vorgeschlagen, alles beim Alten zu lassen.

Die Lampen waren während der Wirtschaftskrise 2008 abmontiert worden. Würde man sie wieder aufbauen, könne das bis zu 300 000 Euro kosten, mit maximal 36 000 Euro Betriebskosten jährlich, sagte der Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann. Durch die starke Beschattung sei es dort nicht möglich, die wesentlich günstigeren Solarlampen zu errichten. Hinzu komme, dass manche Wegstücke von verwilderten Baumwiesen eingewachsen seien, und die Stadt keine Möglichkeit habe, die Sträucher zu schneiden. Obwohl dort bereits Lichtmasten gestanden hatten, sieht es die Stadt als schwierig an, wieder welche aufzustellen, weil sie dazu Boden kaufen müsse. Uwe Heinemann beschrieb drastisch, dass an anderen Stellen der Stadt viel wichtigere Projekte liegen bleiben müssten, wenn man die Beleuchtung der beiden Fußwege nach vorne ziehen müsste. Doch bekam er sehr viel Gegenwind von den Mitgliedern des Mobilitätsausschusses. Die FDP regte an, die Option Solarlampen noch einmal genau zu prüfen. Linke, Grüne und die SPD sprachen von der Verkehrswende nicht nur zugunsten des Radverkehrs, sondern auch zugunsten der Fußgänger.

Stadt will einen Zehn-Minuten-Takt

Der Finanzbürgermeister Ingo Rust nahm den Tiefbauamtsleiter Uwe Heinemann vor allzu unfairen Vorwürfen in Schutz und führte aus, was die Stadt alles geplant habe, um die Sperrung der Geiselbachstraße für die Bürger erträglicher zu machen, wie etwa einen Zehn-Minuten-Takt ins Tal mit dem Bus.

Doch die Verwaltung kam nicht durch, ihr Beschlussvorschlag gegen die Lampen wurde mit breiter Mehrheit im Ausschuss abgelehnt. Bei den kommenden Haushaltsberatungen wird es darum gehen, wie die Lampen finanziert werden.

Die Vorsitzende des Bürgerausschusses RSKN Christine Sigg-Sohn hatte ebenfalls für die Lampen Partei ergriffen. Sie brachte ein sehr schwäbisches und im wahrsten Sinne des Wortes einleuchtendes Argument in die Diskussion: Wer die Fußwege ins Tal benutze und nicht vom Esslinger Bahnhof in Richtung Stuttgart starte, sondern von Obertürkheim oder Mettingen, der spare sich eine VVS-Zone.