Europa League Nachspielzeitglück aufgebraucht – Gladbach scheidet aus

Von red/dpa 

Die letzten Minuten waren Borussia Mönchengladbach in den vergangenen Wochen des Öfteren hold. Im letzten Gruppenspiel der Europa League drehte sich der Wind. Basaksehir trifft mit dem Schlusspfiff und wirft den Bundesliga-Tabellenführer aus dem Wettbewerb.

Marcus Thuram traf zum 1:0 für die Borussia. Das sollte aber nicht reichen. Foto: dpa/Marius Becker
Marcus Thuram traf zum 1:0 für die Borussia. Das sollte aber nicht reichen. Foto: dpa/Marius Becker

Mönchengladbach  - In der Bundesliga spitze, international blamiert: Borussia Mönchengladbach ist als einziger der sieben deutschen Starter in der Gruppenphase des Europapokals gescheitert. Der Bundesliga-Tabellenführer verlor am Donnerstagabend am letzten Gruppenspieltag der Europa League mit 1:2 (1:1) gegen Basaksehir aus Istanbul und rutsche in der Gruppe J von Platz eins noch auf den dritten Rang ab. Der türkische Herzensclub von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan jubelte dagegen über den Einzug ins Sechzehntelfinale.

Fünf Tage nach dem Coup gegen den FC Bayern München brachte Marcus Thuram (33. Minute) die Borussia vor 40.046 Zuschauern zwar in Führung. Doch Irfan Can Kahveci (44.) nach einem Katastrophen-Fehler des bislang so starken Torwarts Yann Sommer und Enzo Crivelli (90.) drehten die Partie gegen am Ende geschockte Gladbacher.

Thuram trifft zum 1:0

Die Gastgeber begannen mit dem Selbstverständnis eines Bundesliga-Tabellenführers, der am vergangenen Wochenende die Bayern geschlagen hat. Florian Neuhaus prüfte Istanbuls Torwart Mert Günok bereits nach vier Minuten. Trainer Rose hatte im Vergleich zum 2:1 gegen München etwas überraschend fünf Wechsel in der Startformation vorgenommen und seine Mannschaft in ein offensives 4-3-3-System sortiert. Unter anderem Ramy Bensebaini, gegen den Rekordmeister noch Doppeltorschütze, saß zunächst auf der Bank.

„Wir wollen dem ganzen Kader vertrauen“, hatte Rose beim Streamingdienst „DAZN“ gesagt und auf die vier Gladbacher Spiele innerhalb von zehn Tagen bis Weihnachten verwiesen. Rechtsverteidiger Stefan Lainer absolvierte den 50. Europapokal-Einsatz seiner Karriere, der Österreicher bereitete Thurams Führungstreffer mit einem starken Pass mustergültig vor.

Sommer patzt und das Spiel kuckt

Defensiv waren die Borussen gegen die Gäste, die laut Rose über „hohe fußballerische Qualität“ verfügen und ein paar bekannte Altstars ihn ihren Reihen haben, eigentlich kaum gefordert. Rose, der 2018 mit Salzburg das Halbfinale der Europa League erreicht hatte, sah sich das dick eingepackt zumeist auf der Gladbacher Bank sitzend an.

Die Abwehr um Nationalverteidiger Matthias Ginter sowie Christoph Kramer und Denis Zakaria auf der Doppel-Sechs im Mittelfeld hatte kaum Mühe mit den zaghaften Angriffsbemühungen der Gäste. Dann aber sah Sommer bei Kahvecis Schuss aus gut 30 Metern schlecht aus - und machte die Partie ohne Not wieder spannend.

Kurz nach dem Wiederanpfiff wurde Istanbul zudem etwas stärker. Die besseren Chancen verzeichnete aber weiterhin die Borussia. Patrick Herrmann hatte das zweite Gladbacher Tor auf dem Fuß. Er scheiterte aber am glänzend reagierenden Istanbuler Torwart (60.), der auch beim Distanzschuss von Thuram (75.) und Kopfball des eingewechselten Alassane Pléa (87.) zur Stelle war. Crivelli sorgte für Ruhe im Borussia-Park, Thuram traf im Anschluss noch den Pfosten.