Ex-Spieler des VfB Stuttgart Wie Raphael Holzhauser in Belgien sein Glück gefunden hat

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Raphael Holzhauser sorgt in Belgien für Furore und ist frischgebackener A-Nationalspieler Österreichs. Dabei hatte es vor nicht allzu langer Zeit noch danach ausgesehen, als sei der ehemalige VfB-Spieler endgültig in der Karriere-Sackgasse gelandet.

Ex-VfB-Spieler Raphael Holzhauser mischt die belgische Liga auf. Foto: imago images/Pro Shots
Ex-VfB-Spieler Raphael Holzhauser mischt die belgische Liga auf. Foto: imago images/Pro Shots

Antwerpen - Der ehemalige VfB-Spieler Raphael Holzhauser (27) hat im besten Fußballer-Alter offenbar endgültig sein Glück gefunden. Mit dem belgischen Club K Beerschot VA, dem „königlichen Fußballverein Beerschot“ aus Antwerpen, mischt der Österreicher die Jupiler League auf. Nach einem Raketenstart zu Saisonbeginn zwischenzeitlich Tabellenführer, ist der Vorortclub aus der Stadt der Diamanten aktuell Tabellenvierter – als Aufsteiger, wohlgemerkt.

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Dass es so gut läuft, hat viel mit Holzhauser zu tun. Der hoch aufgeschossene Techniker ist der Mann der Stunde in Belgien. „Messi der Alpen“ titelte „Voetbalkrant“ unlängst und nannte ihn den „zweifellos entscheidenden Spieler“ der Liga. „De Standard“ schrieb von einem „Phänomen“ und von „Rapha Magic“. Holzhauser dominiert die Liga, steht mit sieben Treffern und sechs Vorlagen nach zehn Spieltagen an der Spitze der Scorerwertung. Warum es derzeit so gut läuft, weiß nicht einmal Holzhauser selbst so richtig. „Es ist schwer zu sagen“, ließ er unlängst im Gespräch mit der österreichischen Presseagentur APA wissen und führte an, in seiner Zeit in Belgien insbesondere „körperlich robuster“ geworden zu sein.

Der Durchbruch beim VfB Stuttgart blieb aus

Schwer zu sagen ist auch, warum es für Holzhauser nach seinen verheißungsvollen Anfangsjahren beim VfB nicht funktioniert hat. 100.000 Euro ließen sich die Schwaben den Wechsel des damals 16-Jährigen aus der Wiener Neustadt einst kosten, der von der Akademie des SK Rapid ins Stuttgarter Internat wechselte. Nach einer starken Einstandssaison bei der U19 wurde er als „das nächste große Ding“ im Nachwuchsbereich gefeiert, es ging gleich weiter Richtung 3. Liga. Mit 16 Jahren, neun Monaten und zwei Tagen debütierte er für die österreichische U21-Nationalmannschaft.

Unter Jürgen Kramny avancierte Holzhauser zum Stammspieler, machte insgesamt 62 Partien für den VfB II. Sein linker Fuß und die damit verbundene Qualität bei Standards, seine feine Technik und das gute Auge stachen genauso hervor wie ein gewisses Phlegma und die unzureichende Grundschnelligkeit. So schnell wie er hochgelobt wurde, so schnell war Holzhauser als „Standfußballer“ verschrien. Für Stuttgart und Augsburg, wohin er zwischenzeitlich verliehen wurde, kam er auf insgesamt 35 Einsätze in der Bundesliga. Der endgültige Durchbruch gelang nie.

Vermeintlicher Wechselfehler wird zum Glücksfall

Über die Wiener Austria und Grasshopper Club aus Zürich führte sein Weg nach Belgien – dabei hatte sich der Österreicher eigentlich „verwechselt“. Obwohl sportlich qualifiziert, durfte Beerschot nach einem Gerichtsurteil kurz vor Saisonstart im Sommer 2019 doch nicht aufsteigen. Holzhauser war plötzlich bei einem Zweitligisten gelandet. „Ich hatte schon die Vorbereitung mitgemacht, wollte so spät auch nicht noch einmal Verein suchen“, sagt der Niederösterreicher rückblickend. Die einst so hoffnungsvoll gestartete Karriere endgültig in der Sackgasse? Mitnichten. Beerschot gelang in der Saison 2019/20 mit einem starken Holzhauser der Sprung ins Oberhaus.

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„Es war die richtige Entscheidung“, so Holzhauser, dessen aktuelle Topform ihm mittlerweile einen Anruf eines weiteren ehemaligen Stuttgarters eingebracht hat: Nationaltrainer Franco Foda nominierte ihn für das Länderspiel gegen Griechenland. Holzhauser debütierte und darf sich nach 47 Spielen für diverse ÖFB-Jugendauswahlen nun A-Nationalspieler nennen. „Er hat sich in den letzten Monaten nach vorne entwickelt, hat mehr Dynamik im Spiel“, urteilt Foda über seinen Debütanten. Der wiederum gibt sich trotz seines aktuellen Höhenflugs unaufgeregt. „Das Wichtigste ist, fit und gesund zu bleiben“, sagt er. „Der Rest kommt von alleine.“




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