Der langjährige Stuttgarter Angreifer äußert sich zur starken VfB-Saison – und zu einem aus seiner Sicht zentralen Aspekt abseits des rein Sportlichen.

Sport: David Scheu (dsc)

Viel wird derzeit über die Gründe für den Höhenflug des VfB Stuttgart diskutiert. Der effiziente Sturm um Serhou Guirassy und Deniz Undav, die Spielstärke im Mittelfeld, die Leistungskonstanz und Widerstandsfähigkeit nach Rückständen – alles ohne Frage relevante Aspekte, die auch die Stuttgarter Verantwortlichen immer wieder benennen. Für Martin Harnik liegt ein weiterer entscheidender Faktor aber noch abseits dieser rein sportlichen Inhalte.

 

„Das Team ist aktuell der Schlüssel“, sagte der frühere VfB-Profi am Sonntag in der TV-Sendung „Doppelpass“ auf Sport 1. Woran sich das ablesen lasse? Unter anderem am Verhalten der Ergänzungsspieler beim 2:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt. „Wenn man gesehen hat, wie sich alle freuen über diesen Erfolg auch auf der Bank – das sind Themen, die bei vielen anderen Mannschaften fehlen. Da geht es mehr um den einzelnen Spieler oder um die einzelne Karriere.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass der gesamte Kader so von einem Erfolg zehre wie beim VfB.

214 Pflichtspiele für den VfB in sechs Jahren

Laut Harnik liegt das auch daran, dass in Bad Cannstatt nach schwierigen Jahren im Abstiegskampf die Freude über die erfolgreiche Gegenwart besonders ausgeprägt ist: „Bei Stuttgart merkt man einfach auch, woher sie gerade kommen. Sie genießen den Moment und die Erfolgswelle“, so der 36-Jährige, der dem VfB noch einiges zutraut: Dass die Länderspielabstellungen im Januar während des Afrika-Cups und der Asienmeisterschaft zum Problem werden, glaubt er jedenfalls nicht. „Das wird natürlich eine Aufgabe. Aber es geht auch ganz vielen anderen Mannschaften so.“

Martin Harnik absolvierte zwischen 2010 und 2016 insgesamt 214 Pflichtspiele für den VfB, in denen ihm 68 Tore gelangen. In der Saison 2012/13 erreichte er mit den Stuttgartern das Achtelfinale der Europa League gegen Lazio Rom (0:2, 1:3) sowie das DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern (2:3).