Ex-VfB-Torhüter im SWR-Podcast Bernd Leno über Corona, den VfB und die Heimat

Von red/pj 

Ex-VfB-Torhüter Bernd Leno spricht im SWR-Podcast darüber, wie er das Coronavirus in England erlebt, seine Zeit beim VfB und seine Verbindungen nach Bietigheim-Bissingen.

Bernd Leno ist bei Arsenal London die Nummer eins im Tor. Foto: imago images/ZUMA Wire/Richard Calver via www.imago-images.de
Bernd Leno ist bei Arsenal London die Nummer eins im Tor. Foto: imago images/ZUMA Wire/Richard Calver via www.imago-images.de

Stuttgart/London - Während in Deutschland der Ball im Profi-Fußball schon wieder rollt, beginnt in den anderen europäischen Ligen, sofern nicht beendet, die Vorbereitung auf den Wiederbeginn. Auch Ex-VfB-Torhüter Bernd Leno, der aktuell bei Arsenal London spielt, hat derzeit noch Wettbewerbspause. Der 28-Jährige sprach im SWR-Fußballpodcast „Steil“ darüber, wie er die Pandemie in England erlebte, seine VfB-Zeit und die Verbindungen ins heimische Bietigheim-Bissingen.

Bernd Leno über das Coronavirus bei Arsenal

„Ich glaube wir bei Arsenal hatten die längste Quarantänezeit von allen. Am Anfang war das schon eine ganz, ganz komische Situation, weil unser Trainer (Mikel Arteta, Anm. d. Red.) das (Coronavirus) hatte. Wir hatten unser (letztes) Spiel gewonnen, jeder hat den Trainer umarmt, jeder hat ihn angefasst und auch in der Kabine hat man sich umarmt. Da wusste man dann nicht: bekommt man es jetzt in den zwei Wochen oder nicht?“

...über Bietigheim-Bissingen

„Alle meine Freunde von der Schule habe ich immer noch und ich glaube, die werde ich auch für immer behalten.“

„Meine Eltern wohnen noch immer im gleichen Haus wie vor zehn Jahren, als ich ausgezogen bin. Im Erdgeschoss habe ich noch immer eine Einliegerwohnung. Wenn ich zu Besuch bin, ist die für mich reserviert und das wird auch so bleiben.“

„Ich bin sehr heimatverbunden und hoffe, dass ich meine Verlobte dazu bekomme, dass wir nach der Karriere auch in meine Heimat zurückkommen.“

...über Petr Cech

„Er ist eine Legende – sportlich, das ist klar – aber auch als Mensch. Nach meinen ersten Champions-League-Spiel (2011 mit Leverkusen gegen Chelsea London, Anm. d. Red.) hab ich ihn gefragt, ob ich sein Trikot haben kann. Und dann sprach er mich an und hat gefragt, ob er auch meins haben könnte. Und auch schon vor dem Spiel kam er an, sprach mich auf meinen Vornamen an und hat mir viel Glück gewünscht. Und ich dachte. Hä? Ich komm vom VfB II, vor einem Monat hab ich noch gegen Regensburg vor 3000 Zuschauern gespielt, und auf einmal spricht mich der legendäre Petr Cech mit meinem Vornamen an.“

...die Torwart-Situation in der Nationalmannschaft

„Ich muss meine Leistung bei Arsenal bringen, Woche für Woche. Wenn ich das mache, werde ich hoffentlich irgendwann belohnt, kriege ich vielleicht irgendwann auch ein paar mehr Spiele. Aber wenn nicht, wird für mich auch keine Welt zusammenbrechen.“

....seine Zeit beim VfB Stuttgart und den Wechsel nach Leverkusen

„Das war das nicht geplant. Natürlich wollte ich mich beim VfB durchsetzen. Die Tür wurde mir leider zugemacht, das muss ich offen und ehrlich sagen.“

„Der VfB ist damals fast abgestiegen und Leverkusen hat Champions League gespielt. Ich kam vom VfB II und hatte ein Angebot von einer Champions-League-Mannschaft. Ich glaube, da kann man jeden 19-jährigen Torhüter ohne Erfahrung verstehen, dass der sagt: natürlich mach ich das.“

...steigt der VfB auf?

„Ich glaube, der VfB steigt auf, weil sie das Spiel gegen Hamburg gedreht haben. Ich glaube, dass ist der Knackpunkt. Und ich finde, der VfB gehört auch in die Bundesliga. Mit der Stadt, mit der ganzen Umgebung und dem Stadion. Auch, wenn das alles für mich unsauber zu Ende gegangen ist, ist das meine Heimat.“

...über Jens Lehmann

„Die einzigen Sprüche, die ich (in England) immer bekomme, sind wegen Jens Lehmann und dass ich total anders bin. Die sagen immer, sie haben ihn entweder „Mad Jens“ oder „F.... German“ genannt. Die haben irgendwas schlimmes erwartet, als sie gehört haben, dass ein deutscher Torwart kommt. Aber sie haben gesagt, zum Glück ist es nicht ganz so schlimm.“

...über Artur Boka als Kabinen-DJ

„Ich glaube der schlechteste Kabinen-DJ war Artur Boka. Als ich zu den Profis hoch gekommen bin, da lief da nur französische Musik. Das war schlimm.“

Ab dem 19. Juni rollt in der Premier League auch wieder der Ball – ebenfalls vor Geisterkulisse. Bernd Leno und Arsenal London müssen am 20. Juni bei Brighton Hove & Albion ran. Die „Gunners“ sind derzeit Tabellenneunter, haben in zehn zu spielenden Partien aber noch Chancen auf die Qualifikation für Champions League oder Europa League.




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