InterviewExtremtour durch den Neckar „Aufgeben ist keine Option"

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Am Donnerstag haben die Neckarschwimmer Volker Heyn und Martin Tschepe Ludwigsburg erreicht. Die Extremsportler wollen den gesamten Neckar durchschwimmen – blaue Flecke gibt es obendrauf.

Volker Heyn (rechts) und Martin Tschepe durchschwimmen den Neckar – von der Quelle bis zur Mündung. Foto: factum/Granville
Volker Heyn (rechts) und Martin Tschepe durchschwimmen den Neckar – von der Quelle bis zur Mündung. Foto: factum/Granville

Ludwigsburg – Seit sechs Tagen kraulen die beiden Sportler des SV Ludwigsburg nun schon durch den Neckar: Am Donnerstag haben Volker Heyn und Martin Tschepe Ludwigsburg erreicht.

Das Ziel ist trotzdem weit entfernt: 164 Kilometer liegen noch vor den Schwimmern.

Herr Heyn, Sie sehen gar nicht müde aus.
Ich bin selbst erstaunt. Trizeps und Brustmuskulatur zwicken zwar, aber Martin und ich haben uns gut aufeinander eingeschwommen. Wie ein altes Ehepaar schwimmen wir seit Tagen synchron nebeneinander. Wir fühlen uns gut.
Rund neun Stunden sind Sie am Tag im Wasser. Wird Ihnen nie langweilig?
Nein. Man nimmt viel von der Umgebung wahr, den Schwarzwald, später die Weinberge. Am Mittwoch sind wir durch den Stuttgarter Hafen geschwommen, auch das war spannend. Jede Etappe hat ihren Reiz.
Gab es brenzlige Situationen?
Am Anfang ist der Neckar recht wild, mit starker Strömung und geringer Tiefe. Wir haben zwar eine Technik entwickelt, mit der wir auch bei nur 20 Zentimeter Wassertiefe kraulen können. Aber da haben wir uns schon einige blaue Flecken geholt.
Mal an Aufgeben gedacht?
Keine Sekunde. Die Etappe von Horb nach Tübingen war sehr lang, 37 Kilometer – mehr hätte ich an dem Tag nicht gepackt. Aber Aufgeben ist keine Option. Wir haben uns ja ein Ziel gesetzt, und am Ende jeder Etappe gibt es Menschen, die uns erwarten.
Wie schmeckt der Neckar?
Auf den ersten Kilometern ist das Wasser sehr klar. Im Stuttgarter Hafen wird es ölig.
Gesund ist das nicht.
Die Gesundheitsämter haben uns dringend abgeraten. Der Neckar sei kein Badegewässer, die Tour höchst bedenklich. Aber ich bin überzeugt: Rauchen ist gefährlicher. Nachmachen sollte das trotzdem niemand.
Vor Ihnen liegen noch 164 Kilometer bis Mannheim: Warum tun Sie sich das an?
Das ist ein Jugendtraum – und jetzt war die Zeit reif, ihn zu realisieren.



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