Forscher in Baden-Württemberg dürfen sich freuen. Von den Spitzen-Projekten, die ab dem kommenden Jahr gefördert werden, sind 14 aus dem Land. Stuttgart punktet bereits zum dritten Mal.

Berlin/Stuttgart - Forscher in Baden-Württemberg dürfen sich über viel Geld vom kommenden Jahr an freuen. Die Exzellenzkommission aus Bund, Ländern und der Deutschen Forschungsgemeinschaft hat am Donnerstag die insgesamt 57 Gewinner-Projekte von 34 Unis der neuen Exzellenzstrategie bekannt gegeben.

 

Ein großer Teil der jährlich 385 Millionen Euro geht dabei in den Südwesten. Hier setzten sich gleich sieben verschiedene Hochschulen gegen die bundesweite Konkurrenz durch. Die Universität Tübingen bekommt Gelder für drei Projekte, so genannte Cluster. Je zwei Cluster werden an den Universitäten in Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Karlsruhe und Stuttgart gefördert. Die Hochschule in Ulm erhält Unterstützung für einen Verbundsantrag mit Karlsruhe.

„Baden-Württemberg hat hervorragend abgeschnitten“, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann in einer Pressemitteilung. Dieser Erfolg sei eine eindrückliche Bestätigung der an Exzellenz und Nachhaltigkeit ausgerichteten Wissenschafts- und Forschungspolitik im Land. Die geförderten Exzellenzcluster erhalten jährlich eine Zusatzfinanzierung im Umfang von drei bis zehn Millionen Euro. Drei Viertel der Summe stellt dabei der Bund, ein Viertel bezahlt das Bundesland, in dem die Hochschule beheimatet ist. Finanziert werden Personal, Sachkosten und andere Investitionen. Zudem kommt eine Programmpauschale in Höhe von 22 Prozent der Projektmittel. Damit sollen Ausgaben finanziert werden, die indirekt mit dem Förderprojekt zusammenhängen, wie etwa Wartungskosten für Versuchsanlagen, Mieten für Labors oder Verwaltungskosten. Das Geld gibt es für zunächst sieben Jahre. Danach ist eine zweite Förderperiode von weiteren sieben Jahren möglich.

Stuttgart punktet zum dritten Mal

„Heute ist ein Tag, an dem die deutsche Spitzenforschung ein neues Kapitel aufgeschlagen hat“, sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU) bei der Vorstellung der Ergebnisse in Bonn. Durch das neu gestaltete Exzellenzverfahren würde in Zukunft die Stellung der deutschen Forschung im internationalen Vergleich gestärkt, Kooperationsprojekte zwischen verschiedenen Hochschulen gezielt gefördert werden.

„Das ist für uns sehr sensationell – wir sind sehr, sehr glücklich“, versicherte auch der Stuttgarter Unirektor Wolfram Ressel – „denn das ist ein Riesenschub nach vorn“. Bereits zum dritten Mal konnte die Universität Stuttgart mit dem Schwerpunkt Simulationstechnologie punkten. Neu dazu kommt jetzt der Verbund „Integratives computerbasiertes Planen und Bauen für die Architektur“. Mit der neuen Exzellenzstrategie folgen Bund und Länder den Empfehlungen eines Experten-Gutachtens von vor zwei Jahren, das die Förderung von 2005 bis 2016 untersucht hatte. „Die deutschen Universitäten sind auf dem Weg, aber das Ziel ist noch weit“, sagte seinerzeit der Kommissionsvorsitzende Dieter Imboden. Er kritisierte vor allem die Förderdauer und die fehlende fachliche Differenzierung der Projekte. Mit der verstärkten Förderung von Clustern sollen die öffentlichen Gelder nun gezielter eingesetzt werden.