Fahrpreiserhöhung im VVS Die Nullrunde ist so gut wie abgelehnt

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Die Landkreise sind mehrheitlich für eine Fahrpreiserhöhung im VVS von durchschnittlich 1,9 Prozent zum 1. April 2020. Damit ist eine Nullrunde, wie von Land und Stadt Stuttgart, so gut wie vom Tisch.

VVS-Kunden müssen vom 1. April 2020 an  höhere Fahrpreise bezahlen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
VVS-Kunden müssen vom 1. April 2020 an höhere Fahrpreise bezahlen. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Im Streit, ob die Fahrpreise im VVS stabil bleiben oder um durchschnittlich 1,9 Prozent erhöht werden, ist eine Preiserhöhung zum 1. April 2020 so gut wie beschlossen. In den Kreistagen zeichnet sich keine Mehrheit für eine Nullrunde ab, auch wenn die von Grünen, SPD und Linken gefordert wird. Zwar lässt der VVS-Aufsichtsrat, der an diesem Dienstag tagt, den Beschluss vermutlich noch offen, weil die Kreistage in ihren Sitzungen in dieser und der nächsten Woche formal darüber abstimmen. Da es aber reicht, wenn ein Kreistag gegen die Nullrunde votiert, ist damit zu rechnen, dass die VVS-Fahrgäste von April an mehr bezahlen müssen.

So hat der Verwaltungsausschuss des Kreistags Ludwigsburg nach Informationen unserer Zeitung am Freitag in nichtöffentlicher Sitzung bereits für eine Erhöhung gestimmt. Auch die Verkehrsausschüsse des Kreises Böblingen und des Rems-Murr-Kreises lehnten am Montag eine Nullrunde ab und billigten die Erhöhung. Für den Rems-Murr-Kreis ist es das letzte Wort, wodurch die Erhöhung fest steht. In den anderen Kreistagen wird darüber noch formal abgestimmt.

Region verweist an Kreise

Im regionalen Verkehrsausschuss gab es am Montag eine Mehrheit für eine „maßvolle Erhöhung“ von 1,9 Prozent, wie Sprecher der Fraktionen von CDU, Freie Wähler, AfD und FDP sagten. Davon sollen die Tickets für Schüler, Azubis und Studenten ausgenommen werden. Dadurch gibt es bei den anderen Tickets Erhöhungen zwischen 2 und 3,5 Prozent.

Gegner und Befürworter

Die Befürworter einer Nullrunde (Grüne, SPD, Linke) halten es für falsch, wenn nach der VVS-Zonenreform im April 2019, die die Attraktivität gesteigert habe, die Kunden mit höheren Preisen belastet werden. Sie verweisen auf das Angebot des Landes, sich an den durch eine Nullrunde entfallenden Einnahmen bis 2025 zu einem Drittel und danach zu einem Viertel zu beteiligen, zumal darauf bei einer Erhöhung verzichtet werde. Auf die Stadt Stuttgart, die wie das Land für eine Nullrunde ist, kämen Kosten von 2,8 Millionen Euro pro Jahr zu, auf jeden Kreis zwischen 710 000 und 998 000 Euro.

Die Gegner einer Nullrunde (CDU, Freie Wähler, FDP, AfD) befürchten indes eine zu hohe finanzielle Belastung der Landkreise und bezweifeln die Zusage des Landes für eine dauerhafte Mitfinanzierung. Das Geld sei in neuen Verbindungen und dichteren Takten besser angelegt. Die Fahrgäste müssten sich an der Finanzierung des Nahverkehrs beteiligen.

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