Falsche Polizisten und Gewinnversprechen Telefonbetrüger bringen zwei Stuttgarterinnen um riesige Summen

Die Betrüger gaben sich unter anderem als Polizisten aus. (Symbolbild) Foto: dpa/Martin Gerten
Die Betrüger gaben sich unter anderem als Polizisten aus. (Symbolbild) Foto: dpa/Martin Gerten

Zwei Frauen aus Stuttgart-Vaihingen sowie Stuttgart-Weilimdorf sind Opfer von Telefonbetrügern geworden. In einem Fall gaben sich die Betrüger als Polizisten aus, im anderen Fall lockten sie mit einem Gewinnversprechen.

Digital Unit: Matthias Kapaun (kap)

Stuttgart-Vaihingen/-Weilimdorf - Auch in den vergangenen Tagen haben Telefonbetrüger im Stuttgarter Stadtgebiet zugeschlagen. Allein im Laufe des Mittwochs meldeten sich rund 70 Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet bei der Polizei und gaben an, falsche Polizeibeamte hätten sie kontaktiert. Während bereits in der vergangenen Woche eine 64-Jährige aus Stuttgart-Weilimdorf mit einem Gewinnversprechen um mehrere Tausend Euro gebracht wurde, ergaunerten sich Trickbetrüger, die sich als Polizeibeamte ausgaben, am Mittwoch, 18. November, gar mehrere Zehntausend Euro von einer 88 Jahre alten Frau aus Stuttgart-Vaihingen.

Wie die Beamten melden, erhielt die 88-Jährige bereits am Dienstagabend gegen 21 Uhr den ersten Anruf einer Betrügerin, die sich als Polizistin ausgab. Die Unbekannte warnte vor einer vermeintlichen Einbrecherbande, die es auf alleinstehende, ältere Menschen abgesehen habe. Im Laufe der Nacht riefen die Betrüger die Seniorin nahezu stündlich an. Sie erkundigten sich nach dem Wohlbefinden der 88-Jährigen und wiesen immer wieder auf die Gefahr der vermeintlichen Einbrecher hin. Am Mittwochmorgen behaupteten die Anrufer schließlich, dass die Einbrecher versucht hätten, auf das Konto der Seniorin zuzugreifen.

Letztendlich gelang es den Betrügern, die Frau davon zu überzeugen, dass ihre Ersparnisse auf der Bank nicht sicher seien. Sie rieten der Frau, das Geld einem Polizeibeamten zu übergeben, der es auf seine Echtheit überprüfen würde. Die 88-Jährige hob im Laufe des Mittwochvormittags das Geld bei ihrer Bank ab und legte es, wie von den Betrügern gefordert, am Abend in einem Kuvert an ihrem Grundstückseingangstor ab. Die aktuellen Corona-Pandemie nutzten die Betrüger, um der Frau vorzugaukeln, dass sie keinen persönlichen Kontakt aufnehmen können. Als im Laufe des Abends weitere Anrufe ausblieben, kamen der Frau Zweifel und sie vertraute sich ihrer Tochter an. Diese informierte umgehend die Polizei. Das Geld war zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits abgeholt worden.

Weilimdorferin fällt falschem Gewinnversprechen zum Opfer

Bereits am Mittwoch, 11. November, war es zu einem Telefontrickbetrug gekommen, dem die 64-Jährige aus Weilimdorf zum Opfer fiel, in diesem Fall allerdings nicht mit der Polizisten-Masche, sondern mit einem Gewinnversprechen. Ein Betrüger rief die Weilimdorferin im Laufe des Mittwochs an, und gab vor, sie hätte bei einem Gewinnspiel mehr als 80.000 Euro Bargeld gewonnen. Um den Gewinn zu erhalten, sollte die 64-Jährige Guthabenkarten kaufen. In den Tagen darauf kaufte die Frau mehrmals in Supermärkten und Drogeriegeschäften Karten im Wert von mehreren Tausend Euro und gab die Gutschein-Codes in späteren Telefonaten an den Anrufer weiter. Da der Betrüger ihr immer wieder einen höheren Gewinn in Aussicht stellte, versuchte die 64-Jährige auch am 18. November Gutscheinkarten in einem Drogeriemarkt zu kaufen. Als Mitarbeiter die Frau auf ihren Kauf ansprachen, erkannten sie den Betrug und alarmierten gleich die Polizei.

Die Polizei hat in beiden Fällen ihre Ermittlungen aufgenommen und warnt daher erneut eindringlich vor solch perfiden Maschen.




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