Familien- und Stadtteilzentrum S-Nord Sonnenblumen in der Schublade

Fünf Studentinnen der Hochschule Esslingen ist es zu verdanken, dass es im Innenhof des Familien- und Stadtteilzentrums Nord nun grünt und blüht.

Kerstin Kitschun, Mareike Gerber, Sonja Branz, Jennifer Gehrlein und Simone Reininger (v. li.)  im bunt bepflanzten Innenhof. Rechts: In der Zierkanone blüht es jetzt. Foto: Fritzsche
Kerstin Kitschun, Mareike Gerber, Sonja Branz, Jennifer Gehrlein und Simone Reininger (v. li.) im bunt bepflanzten Innenhof. Rechts: In der Zierkanone blüht es jetzt. Foto: Fritzsche

S-Nord - Hier ein bunter Pflanzentopf, dort aussortierte Gummilatschen oder ein altes Schränkchen, in denen Blumen eine neue Heimat gefunden haben: es ist bunt geworden im Innenhof des Familien- und Stadtteilzentrums Nord (FaZ) an der Heilbronner Straße, und zwar richtig bunt.

Das liegt an fünf Studentinnen der Hochschule Esslingen. Sie haben im Rahmen eines Seminars den Innenhof gemeinsam mit den Besuchern des FaZ verschönert. „Wir studieren Soziale Arbeit im sechsten Semester“, erzählt Kerstin Kitschun. Im Seminar „Ästhetische Bildung mit Kindern“ sollten sie sich Projektideen überlegen und diese später umsetzen. Die Studentinnen waren fasziniert von der Verbindung von Gartenarbeit mit sozialer Arbeit , in diesem Bereich wollten sie tätig werden. „Zuerst hatten wir die Idee, Straßeninseln zu bepflanzen“, erzählt Kerstin Kitschun. Das habe jedoch nicht geklappt, die Vorgaben des städtischen Gartenbauamts seien schwer zu erfüllen gewesen. „Danach wussten wir, wir brauchen einen Kooperationspartner.“

Die Behälter sind recycelt und neu bemalt worden

Dass sie mit ihren Ideen im FaZ landeten, hatte mit einem Text dieser Zeitung zu tun: Im vergangenen Dezember war ein Artikel über die Neueröffnung des FaZ nach verschiedenen Renovierungsmaßnahmen erschienen. „Da stand, dass es Pläne gibt, den Innenhof umzugestalten, vielleicht mit einem Kräutergarten“, erinnert sich Kerstin Kitschun, die im Stuttgarter Norden wohnt. Sie kontaktierte die Stuttgarter Jugendhausgesellschaft und die SWSG, der das Gebäude gehört. Dann konnte die Arbeit beginnen: „Uns war wichtig, in Zusammenarbeit mit den Kindern und den Besuchern des FaZ herauszuarbeiten, was sie sich hier wünschen“, sagt Kerstin Kitschun, „und das dann umzusetzen.“ Bei mehreren Treffen im FaZ wurden Pläne geschmiedet. „Wir wollten, abgesehen von den Pflanzen, nichts Neues kaufen, sondern recyclen“, so Kitschun. Über Kleinanzeigen und über die Sperrmüllabfuhr haben die Studentinnen viele der Behälter gefunden, die sie mit den Kindern bunt bemalt und zu Pflanztöpfen umfunktioniert haben.

Die Kinder sollen sich weiterhin um die Pflanzen kümmern

Dazu gehören auch alte Gummilatschen, Weidenkörbe, Dosen, eine geflochtene Kräuterspirale, eine Zierkanone und sogar ein altes Fahrrad. „Wir haben Kräuter sowie ein- und mehrjährige Pflanzen gepflanzt.“ Sonnenblumen, Begonien, Grünlilien, Farn, Efeu, Fuchsien und sogar eine Seerose wachsen jetzt im Innenhof des FaZ. „Die Seerose muss sich noch ein bisschen erholen“, sagt Simone Reininger, die ebenfalls zum Team gehört. „Beim Einpflanzen haben wir mit den Kindern viel übers Gärtnern gesprochen“, sagt Kerstin Kitschun, „welche Pflanze wenig oder stark gegossen werden muss, welche viel Sonne mag und welche nicht.“ Für viele Kinder seien dies die ersten Erfahrungen mit Pflanzen, Erde und Natur gewesen. „Wir möchten, dass sich die Kinder damit identifizieren.“ Die Hoffnung ist, dass sich die Kinder auch ohne die Studentinnen weiterhin um die Pflanzen im Innenhof kümmern. Mit ihrer Arbeit sind die fünf zufrieden: „Es ist etwas Schönes daraus geworden.“ Simone Riegel vom FaZ sieht das genauso: „Ich bin begeistert von dieser Kreativität.“ Ebenso positiv ist ein weiteres Ergebnis der Pflanzaktion: „Es sind viele Kinder gekommen, die bisher noch nie im FaZ waren.“ Und besonders oft seien die Studentinnen gefragt worden: „Wann machen wir das nochmal?“

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