Familiendrama in Esslingen Nur der Bruder überlebt das Familiendrama

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Ein 48-jähriger Mann ersticht in Esslingen nach einem Streit seine 78-jährige Mutter. Anschließend verbarrikadiert er sich im Keller und bringt sich um. Nur der ebenfalls anwesende Bruder überlebt das Familiendrama, weil er noch flüchten konnte.

Das Göppinger Sondereinsatzkommando entdeckt  gegen  11.15 Uhr die Leiche des mutmaßlichen Täters. Wenig später stirbt seine  Mutter im Krankenhaus. Foto: 7aktuell.de/Eyb 7 Bilder
Das Göppinger Sondereinsatzkommando entdeckt gegen 11.15 Uhr die Leiche des mutmaßlichen Täters. Wenig später stirbt seine Mutter im Krankenhaus. Foto: 7aktuell.de/Eyb

Esslingen - Eine entsetzliche Bluttat hat sich am Montag im Esslinger Stadtteil Oberesslingen abgespielt. Ein 48-jähriger Mann hat seine 78-jährige Mutter erstochen und sich anschließend selbst umgebracht. Über sein Motiv ist noch nichts bekannt. Der einzige, der dazu eine Auskunft geben könnte, ist der jüngere Bruder des mutmaßlichen Täters. Er war bei dem Familiendrama anwesend, aber den Messerstichen des 48-Jährigen entkommen. Bis weit in den Abend hinein hat die Polizei den Mann vernommen, die Ergebnisse aber noch nicht bekannt gegeben. Zwar deutet die Polizeipressesprecherin Andrea Kopp an, dass es persönliche Motive sein könnten, aber gerade wegen dieser persönlichen Motive, so hat sich zumindest die Staatsanwaltschaft geäußert, wolle man wenig preisgeben.

So ist außer den dürren Worten des Polizeiberichts kaum etwas über die Hintergründe der Tat bekannt. Der 48-jährige Täter war am Vormittag mit seiner Mutter und seinem Bruder in Streit geraten. Im Verlauf der verbalen Attacke griff sich der 48-Jährige ein Küchenmesser und stach seiner 78-jährigen Mutter mehrmals in den Oberkörper. „Sein Bruder ist während des Streits ins Freie geflüchtet“, berichtet die Pressesprecherin Andrea Kopp, „und hat dort sofort die Rettungskräfte alarmiert.“

Mit allen verfügbaren Streifenwagen rückte die Esslinger Polizei an. Der 48-Jährige hatte sich unterdessen im Keller des zweigeschossigen Reihenhauses in der Magdeburger Straße eingeschlossen. Der ebenfalls sofort am Tatort eingetroffene Notarzt versorgte die 78-jährige Frau, die wenig später in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht wurde. Doch waren ihre Stichwunden zu tief und der Blutverlust zu hoch. Sie starb noch um die Mittagszeit an ihren schweren Verletzungen.

Um 11.15 Uhr greift das Sondereinsatzkommando ein

Weil Waffen im Spiel waren, hatte die Polizei ein Sondereinsatzkommando aus Göppingen angefordert. Gegen 11.15 Uhr waren die Vorbereitungen der Spezialisten abgeschlossen. Bewaffnet mit Helmen und schwerer Schutzkleidung brachen die Männer die Kellertür auf und drangen ins Untergeschoss des Hauses ein, doch bestand für sie da schon keine Gefahr mehr. Der 48-Jährige lag bereits leblos auf dem Boden mit einer tödlichen Stichverletzung im Oberkörper. Dennoch versuchten die Notärzte, den Mann zu reanimieren. Aber auch hier war die ärztliche Kunst erfolglos. Den tödlichen Messerstich hatte sich der 48-Jährige aller Wahrscheinlichkeit selbst beigebracht.

Gegen 12 Uhr wurde seine Leiche in einem schwarzen Plastiksack nach draußen gebracht. Anschließend betraten die Mitarbeiter der Spurensicherung den Tatort. Sie entdeckten das Tatmesser und stellten es sicher, anschließend dokumentierten sie die Spuren des Angriffs auf die 78-jährige Mutter. Ihre Arbeit dauerte bis in den frühen Nachmittag. Während des Einsatzes war die Magdeburger Straße von etlichen Streifenwagen und den schwarzen Limousinen des Sondereinsatzkommandos versperrt. Etwa gegen 14 Uhr rückten die Einsatzkräfte wieder ab.

Der mutmaßliche Täter war noch nie polizeilich in Erscheinung getreten. Der Polizeidirektion Reutlingen ist darüber hinaus auch nichts von einer möglichen psychischen Krankheit des 48-jährigen Messerstechers bekannt, „zumindest beim jetzigen Stand der Ermittlungen nicht“, relativiert die Polizeipressesprecherin Andrea Kopp. Die Staatswaltschaft und die Polizei wollen am Dienstag weitere Ermittlungsergebnisse veröffentlichen.

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