Familienunternehmen im Kreis Schwäbisch Hall Bei Thermo-Pack fallen 140 Jobs weg

Thermo-Pack schießt die Produktion von Standardfolien. Foto: Thermo-Pack/www.maks-richter.com
Thermo-Pack schießt die Produktion von Standardfolien. Foto: Thermo-Pack/www.maks-richter.com

Das Familienunternehmen Thermo-Pack in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) stellt künftig keine Standardfolien mehr her. Dadurch verlieren rund 140 Mitarbeiter ihre Jobs.

Gaildorf - Thermo-Pack stellt die Produktion klassischer Standardfolien in Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) ein und will sich künftig auf Anwendungen in der Pharmabranche konzentrieren. Die klassischen Standardfolien sollen Ende Oktober auslaufen, damit verlieren rund 140 Mitarbeiter ihre Jobs. Wie das Unternehmen mitteilt, stand das Werk bereits seit mehreren Jahren unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. „Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir keine Perspektive mehr erkennen“, begründete es Bernd Hansen, Eigentümer des Familienunternehmens Thermo-Pack Kunststoff-Folien GmbH und Präsident der international agierenden Rommelag-Gruppe.

„Schritt fällt uns als Gründerfamilie schwer“

Thermo-Pack wurde 1952 es als erstes Unternehmen gegründet und legte damit den Grundstein für die heutige Rommelag-Unternehmensgruppe mit weltweit rund 2000 Mitarbeitern. „Der Schritt fällt uns, gerade auch als Gründerfamilie, sehr schwer. Er ist jedoch aufgrund der gegebenen Situation und der negativen Aussichten unumgänglich“, sagte Thermo-Pack-Geschäftsführer Jakob Hansen, der Enkel des Firmengründers.

Thermo-Pack entwickelt Verpackungen auf Basis von Kunststoff-Folien unter anderem für Lebensmittel, Kosmetika und die Pharmaindustrie. Zu den Standardfolien zählen etwa Salatverpackungen, Gurkenfolien oder Folien für Wattepads, um einige Beispiele zu nennen. In Zukunft will sich das Unternehmen auf Anwendungen für den Pharmabereich konzentrieren.

Schon seit Jahren habe das Werk, trotz Investitionen und Prozessoptimierungen, nicht mehr dem Wettbewerb und den steigenden Marktanforderungen stand halten können. Es sei für das Werk keine Besserung in Sicht gewesen, verstärkt wurde diese Lage durch die Corona-Krise, hieß es weiter. „Wir haben bis zuletzt alles versucht, mussten jedoch feststellen, dass keine der von uns erarbeiteten Maßnahmen zu einem dauerhaften Erfolg für die Folienproduktion geführt hätte“, so Bernd Hansen. Allein der Bereich der Pharma-Anwendungen verspreche für die Zukunft weiteres Entwicklungspotenzial. Entsprechend soll dieser Teilbereich weitergeführt.

Die 140 Mitarbeiter sollen auf Wunsch in eine Transfergesellschaft übernommen und bei der Suche nach einem neuen Job unterstützt werden. Übrig bleiben dann am Standort noch 30 bis 40 Mitarbeiter. Den Auszubildenden soll nach Möglichkeit ein Ausbildungsplatz innerhalb der Rommelag-Gruppe angeboten werden.

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