Fashion Week in Mailand Gucci lud zum Mailänder Maskenball

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Lackmasken, Stacheln und viel Theatralik: Guccis Herbst-Winter-Show war das erste Highlight der Mailänder Modewoche und stand ganz im Zeichen der kunstvollen Verhüllung.

Masken dienten auch als Einladung für die Gucci-Show auf der Mailänder Modewoche. Foto: AFP 9 Bilder
Masken dienten auch als Einladung für die Gucci-Show auf der Mailänder Modewoche. Foto: AFP

Stuttgart - Auffälliges Versteckspiel: Für die Mailänder Herbst/Winter-Schau verbarg Designer Alessandro Michele die Gesichter seiner Models mit aufwendigen Masken, die teilweise von SM-Fetischen inspiriert waren. Andere spielten mit popkulturellen Anleihen – so zeigte der Kreativchef des italienischen Traditionshauses auch spektakuläre Masken, die an die Filme „Das Schweigen der Lämmer“ oder „Freitag der 13.“ erinnerten. Aufgebrochen wurde das stilistische Mittel vor allem durch sanfte Pastelltöne und florale Prints, Blusen mit großen Schleifen und viel Vintage-Glamour.

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Gucci ließ in einem die Show begleitenden Schreiben wissen, was das Modehaus mit den auffälligen Masken bezwecken will: So sehr sei die Persönlichkeit verhüllt, dass es dadurch endlich möglich sei, das wahre Selbstbild hinter der Maske zeigen zu können. Die Verhüllungen dienten als kraftvoller Filter, der nur das offenbart, was vom Träger gewünscht ist. Vor allem die Metall-Stacheln und die Schienbeinschoner lassen erkennen, dass Michele auch mit dem Thema Selbstschutz spielt.

Selbstschutz und Theatralik

Auch Geschlechtertrennung interessierte Michele wenig: Er zeigte die schlicht ausfallende Frauen- und Männerkollektion für die nächste Saison in einer gemeinsamen Show. So divers wie die unterschiedlichen Masken, fiel auch die gesamte Kollektion aus: Androgyne Silhouetten für beide Geschlechter, dicke Vintage-Krawatten, auffällige Farbkombinationen und taillenbetonte Jacken dominierten den Laufsteg. Ob Peplum oder kastige Lederjacken – die Looks sind weniger expressiv als noch vor wenigen Jahren.

Das Setting war beeindruckend: Die Models liefen über einen 100 Meter langen Spiegel-Catwalk, der von 120.000 LEDs ausgeleuchtet wurde. Theatralisch war auch der Soundtrack der Show: Gucci spielte schwere Opernmusik mit Gothic-Anklängen.

Schon die VIP-Einladungen ließen das Thema der Show erkennen: Gucci versendete Holzboxen mit Theatermasken.

Die Show stand ganz im Zeichen von Diversität. Als Reaktion auf die kontroverse Blackfacing-Debatte gründete Gucci vor Kurzem ein Awareness-Programm für Inklusion und Diversität. Auch ein multikulturelles Stipendium für Design wird von dem italienischem Luxus-Label gesponsert.