Fashion Week Paris Comic-Kleider, coole Looks und ein Comeback

Die Models bei der Japanerin Tsumori Chisato erinnerten auf dem Laufsteg in Paris mit ihrem hochgebundenen Zopf, eingedrehtem Pony, Lackstiefelchen und Handschuhen an Figuren aus einem Cartoon. Foto: dpa 31 Bilder
Die Models bei der Japanerin Tsumori Chisato erinnerten auf dem Laufsteg in Paris mit ihrem hochgebundenen Zopf, eingedrehtem Pony, Lackstiefelchen und Handschuhen an Figuren aus einem Cartoon. Foto: dpa

Frische Entwürfe der Japanerin Tsumori Chisato im Comicstil, düstere Looks von Altmeister Yohji Yamamoto und das Comeback von John Galliano: Auf der Pariser Fashion Week war am Wochenende für Abwechslung gesorgt.

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Paris - Am Samstagmorgen zeigte die Japanerin Tsumori Chisato auf der Fashion Week in Paris Comicdrucke auf geraden Minikleidern, Kleider, die mit roter Farbe übergossen zu sein schienen, pinkfarbene Capemäntel und ein Kostüm aus Teddystoff mit einem Leopardenprint. Die linear gehaltenen Entwürfe wirkten jung und frisch trotz des seltsamen Stylings der Models. Dieser erinnerten mit ihrem hochgebundenen Zopf, eingedrehtem Pony, Lackstiefelchen und Handschuhen selbst an Figuren aus einem Cartoon.

Ihr Kollege Yohji Yamamoto, Altmeister unter den japanischen Designern, spielte mit Drapierungen, die bei langen schwarzen Tageskleidern, Hosenanzügen oder Mänteln variierte - teilweise mit roten Kontrasten. Auffallendster Entwurf war ein silberfarbener, auf einem Gestänge weit aufgespannter Rock aus Silberfolie mit aufgedruckten grünen Äpfeln.

John Galliano feiert Comeback

John Galliano, der "gefallene Engel" der Modewelt, ist am Freitag mit seiner ersten Prêt-à-Porter-Kollektion für das Modehaus Maison Margiela auf die Pariser Laufstege zurückgekehrt. Skeptiker, die meinten, Gallianos überbordender Stil passe nicht zu Margielas konzeptioneller Mode, wurden eines Besseren belehrt. Die Entwürfe überzeugten mit einem guten Mix aus Fantasie und Klarheit.

Galliano pflegte in seinen früheren Entwürfen (für das Haus Dior wie auch für die eigene Linie) Geschichten zu erzählen - von College-Girls auf Weltreise oder exzentrischen italienischen Marchesas. In der Schau für Margiela nahm er dies auf: Da gab es das Pariser Schulmädchen mit Rippenpulli, kariertem Minirock und überlangem Mantel mit Art-Déco-Muster, die schmollende Kokotte im halbtransparenten rötlichbraunen Etuikleid mit Rosenmuster oder die "Verrückte" mit dick übermaltem Mund, Karottenhaaren, einem weitem Satinmantel und einer "Papiertüte" aus Leder in der Hand.

Lady Gaga, Kim Kardashian und Kanye West in der ersten Reihe

Dazwischen zeigte der Brite gut verkäufliche, hervorragend gemachte Teile - ob den weichen langen Ledermantel im 1970er-Jahre-Stil, die sportliche, überweite Satinhose oder den schwarzen Lederblazer mit Chiffonärmeln. Galliano kam nach der Schau nicht wie in früheren Zeiten heraus, um den Applaus entgegenzunehmen. Er scheint klugerweise zunächst im Hintergrund agieren zu wollen. Nach seinem spektakulären Rausschmiss bei Dior 2011 hatte der 54-Jährige sich unter anderem einer Entziehungskur unterzogen.

Alexander Wang, der seine Entwürfe für Balenciaga im Anschluss präsentierte, schaffte es trotz des Galliano-Hypes genügend Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Im Publikum saßen eine perfekt in Balenciaga gekleidete Lady Gaga, Kim Kardashian (mit blonden Haaren) und Kanye West. Die Mode wirkte sportlich und elegant zugleich. Der US-amerikanische Designer spielte mit Noppen-Tweed, Salz und Pfeffer-Mustern und glanzvollen Stickereien. Schmale wadenlange Röcke, oval gerundete weite Mäntel und schmale Dreiviertelhosen - meist in Grau, Schwarz, Weiß oder Rot - ergaben einen straßentauglichen Look. Schulterfreie Cocktailkleider mit Pelzbesatz wirkten unschlagbar chic.




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