Felix Lohkemper beim VfB Stuttgart II Schritt für Schritt zum großen Traum

Von Kevin Antoszewsky 

Der Drittligist VfB Stuttgart II hat einen Fußball-Europameister in seinen Reihen: Den Stürmer Felix Lohkemper, der den Titel mit der U 19 in Ungarn holte.

Ein Europameister beim VfB: Felix Lohkemper im DFB-Trikot Foto: Getty
Ein Europameister beim VfB: Felix Lohkemper im DFB-Trikot Foto: Getty

Stuttgart - Es läuft bei Felix Lohkemper. Nachdem es im vergangenen Jahr noch nicht für allzu viel Spielzeit beim VfB Stuttgart II reichte, hat sich der 19-jährige Mittelstürmer inzwischen einen festen Platz im U-23-Team der Stuttgarter erkämpft. Nach dem Europameistertitel mit den U-19-Junioren des DFB im Juli ist das der nächste erfolgreiche Schritt in der noch jungen Karriere des gebürtigen Wetzlarers.

Für ihn selbst war die Zeit bei der DFB-Auswahl etwas ganz besonderes: „Die Europameisterschaft war einfach eine geile Erfahrung, wir waren eine Supergemeinschaft und der Titel bleibt für die Ewigkeit“, schwärmt Lohkemper noch immer von den Ereignissen im Sommer.

Dabei konnte Lohkemper seinen Teil zu Erfolg bei der Junioren-Europameisterschaft in Ungarn beitragen. In vier Spielen stand er auf dem Feld, im Finale gegen Portugal (1:0) wurde er in der Schlussphase eingewechselt und hatte sogar die Vorentscheidung auf dem Fuß: „Da hatte ich noch die Riesenchance, um den Sack zuzumachen, das wäre natürlich das i-Tüpfelchen gewesen“, sagt Lohkemper.

Dass die EM dem 19-Jährigen wichtige Erfahrungen brachte, wird auch im Verein gerne gesehen: „Seit der EM ist Felix sicher noch ein Stück weit selbstbewusster geworden“, sagt Jürgen Kramny, sein Trainer beim VfB II. Doch bei aller Freude über die jüngsten Erfolge – Lohkemper bleibt bescheiden. „Ich will mich jetzt erst einmal in der dritten Liga beim VfB etablieren und eine Saison konstant meine Einsatzzeiten bekommen“, sagt der 19-Jährige. Der Stürmer ist froh, dass der VfB Stuttgart seine zweite Mannschaft nicht zurückgezogen hat – im Gegensatz zu Vereinen wie Bayer Leverkusen oder Eintracht Frankfurt.

Die U 23 des VfB ist für ihn die perfekte Adresse, um sich weiterzuentwickeln. So ist er immer im direkten Umfeld der Bundesligamannschaft und kann Spielpraxis in der dritten Liga sammeln. Für den Sportlichen Leiter im Nachwuchsbereich, Rainer Adrion, ist die Reise des U-19-Europameisters derweil noch lange nicht beendet: „Bei ihm sind alle Anlagen da, um den ganz großen Sprung zu schaffen. Die nächsten neun Monate muss er einfach Gas geben. Dann sieht man weiter.“ Aus Adrions Sicht zeichnet sich Lohkemper vor allem durch seine Schnelligkeit und Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor aus.

Doch für den 19-Jährigen zählt erst einmal die Gegenwart. In der laufenden Saison gelangen dem Stürmer in sieben Spielen drei Tore und eine Vorlage. Nach schwachem Beginn läuft es langsam beim Drittligateam des VfB. Auch dank Lohkemper. „Ich bekomme viele Einsatzzeiten, und es klappt auch mit eigenen Toren. Ich bin froh, dass es jetzt auch bei der Mannschaft bergauf geht“, sagt Lohkemper. Um den Platz in der Startelf streitet er sich meist mit seinem Sturmkollegen Marco Grüttner. Den sieht er aber weniger als Konkurrenten, mehr als „Leader“ im Team. Der Trainer selbst sieht das ganz ähnlich, da „beide zwei komplett andere Stürmertypen sind“ und je nach Spielweise des Gegners ihre Spielzeiten bekommen werden.

Groß geworden ist Lohkemper in Büchig bei Karlsruhe. Beim SV Kickers Büchig begann er das Fußballspielen und wechselte von dort 2009 zum Karlsruher SC. Nach drei Jahren zog es ihn 2012 dann zum VfB, wo er für die A-Junioren auf Torejagd ging. Die aktuelle Saison ist seine erste Station im Profifußball.

Nachdem er auch schon in der vergangenen Runde immer mal wieder im Team von Jürgen Kramny stand, jedoch wenig Spielzeit bekommen hatte, läuft diese Saison bisher wesentlich besser. Nach sieben Spielen ist Lohkemper der Topscorer bei den Roten. Sein großer Traum ist derselbe wie bei allen Fußballern: irgendwann die Bundesliga – am besten noch beim VfB. Um irgendwann seinem Vorbild Mario Gomez nacheifern zu können.

Sein Vertrag beim VfB läuft nur noch bis Saisonende. Verlängerung nicht ausgeschlossen. Schließlich warten weitere Aufgaben in der Karriere. Doch wie sagt er selbst? „Ein Schritt nach dem anderen.“ Und da steht am Samstag (14 Uhr) erst einmal das Heimspiel gegen den Spitzenreiter Chemnitzer FC auf dem Programm.