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Fenster in Stuttgart Die Vorband war besser

Von Nadja Dilger 

Der Indie-Pop der Band Fenster klingt im Stuttgarter Kulturzentrum Merlin gar zu seicht. Wie gut, dass es an dem Pop-Freaks-Abend zumindest eine gute Vorband gibt ...

Die Band Fenster bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Merlin. Zwar hat die Band schon einmal im Merlin gespielt, doch ... Foto: Nadja Dilger 8 Bilder
Die Band Fenster bei ihrem Auftritt im Kulturzentrum Merlin. Zwar hat die Band schon einmal im Merlin gespielt, doch ... Foto: Nadja Dilger

Stuttgart - Augustenstraße, Kulturzentrum Merlin, 21 Uhr. Die Esslinger Band Jamhed steht auf der Bühne und spielt psychodelischen Indiepop, der mal mitreißt, mal mitwippen macht. „Wir sind Jamhed, wir haben noch - äh CDs dabei“, sagt die Band von der Bühne herunter - und machen mit einer beeindruckenden Komposition weiter, die sich nicht so leicht beschreiben lässt: Xylofon trifft Gitarre, Synthesizer und Bass, während sich das Schlagzeug durch die Töne drückt.

Das groovt und ist irgendwie cool! Dann noch eine leicht gähnende Männerstimme, die sich immer wieder von der Musik absetzt, und ein wenig an die Stimme von Django-Django-Sänger Vincent Neff erinnert. Dass Jamhed wie nerdige Typen aus den Siebzigern aussehen, könnte ein Markenzeichen werden - wobei das beim Publikum längt auf große Zustimmung stößt, optisch sind sich Band und Zuschauer ähnlich.

Und die Besucher: schwätzen

21.45 Uhr. Die Berliner und New Yorker Band Fenster, eigentlich Hauptact an diesem Abend, steht auf der Bühne. Der Sound klingt leicht, schmächtig, Indiepop mit sphärischen Klängen. Wer die Band bisher nur auf Platte kannte, stellt live überrascht fest, dass nicht nur Sängerin JJ Weihl singt, sondern vor allem Jonathan Jarzyna - und das gut! Auch seine Stimme klingt ein wenig wie in Trance.

Die vierköpfige Band gründete sich 2010. Manchmal stößt JJ ein Glockenspiel an, dann wippt die Band, wird lauter und dann geht es exakt so weiter: immer und immer wieder. Der Auftritt von Fenster fühlt sich an wie Alltagstrott. Die Musik wird zur Hintergrundmusik - im Merlin reden die Besucher längst miteinander.

Man kann es ihnen aber gar nicht übel nehmen, denn nach zwei Songs ist alles gezeigt, alles gehört. Zwar gibt es bei Fenster hin und wieder kleine musikalische Nuancen - sie spielen primär aus dem neusten Album Emocean - doch das war’s. Der einstündige Auftritt zieht sich. Am Ende wird laut geklatscht, aber nicht um Zugabe gebeten. Die Band kommt trotzdem. Immerhin war sie schon einmal im Merlin zu Gast.

An diesem Abend ist die Vorband aber schlicht besser gewesen.


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