Feuerwehreinsatz in Leonberg Gasalarm: 600 Boschmitarbeiter müssen Arbeitsplatz verlassen

Von Arnold Einholz 

Die Feuerwehr lokalisiert ein Leck in einer Leitung auf dem Firmenareal.

Die Feuerwehr rückt zu einem Gasalarm auf dem Bosch-Gelände aus. Foto: dpa-Zentralbild
Die Feuerwehr rückt zu einem Gasalarm auf dem Bosch-Gelände aus. Foto: dpa-Zentralbild

Leonberg - Rund 600 Boschmitarbeiter hat die Feuerwehr am Mittwoch für etwa zwei Stunden aus mehreren Gebäuden an der Reinhold-Vöster-Straße evakuiert, weil auf dem Gelände ein Gasaustritt gemessen wurde. Die Ursache ist höchstwahrscheinlich eine lecke Leitung, die unter dem Firmengelände verläuft und die vom Betreiber Netze BW inzwischen ausgebaggert und instandgesetzt wird. Das Leck ist provisorisch abgedichtet und wird das Rohr wird am Donnerstag ausgetauscht.

„Gegen 8.20 Uhr hat ein Mitarbeiter auf dem Firmengelände einen Gasgeruch wahrgenommen und völlig richtig gehandelt, indem er uns umgehend alarmiert hat“, sagt der Leonberger Feuerwehrkommandant Wolfgang Zimmermann. Die Wehr ist daraufhin mit einem Löschzug und dem Gefahrgut-Gerätewagen ausgerückt, der mit den nötigen Messinstrumenten ausgestattet ist. „Bei den Messungen wurde massiv Gas festgestellt“, sagt Zimmermann. Daraufhin wurden mehrere Gebäude evakuiert. Die etwa 600 betroffenen Boschmitarbeiter wurden in weiter entfernt gelegenen Firmengebäuden untergebracht.

Gullys werden kontrolliert

Weil bei ersten Messungen in den Kellern und im Obergeschoss der Firmengebäude kein Gas lokalisierte wurde, haben sich die Feuerwehrleute die Gullys auf dem Gelände vorgenommen, um den auszumachen, bei dem Gas messbar ist. Nachdem ein erster Gully gefunden wurde, wo Gas austrat, wurde das Areal gesperrt. „Weil wir einen Radius von 50 Metern absichern mussten, war auch die Poststraße betroffen, die darauf hin gesperrt wurde“, erläutert der Feuerewehrkommandant.

Nachdem auch an einem weiteren Gully Gas gemessen wurde, stand für die Einsatzkräfte fest, dass zwischen diesen beiden die Leitung leck sein musste. „Wahrscheinlich ist ein Leitungsrohr durchgerostet“, vermutet Wolfgang Zimmermann. Da keine akute Gefahr mehr bestand, konnten gegen 10.30 Uhr die Evakuierten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Das Areal wurde an die Betreiberfirma Netze BW übergeben, die unverzüglich eine Tiefbaufirma losgeschickte, um die Schadstelle zu lokalisieren und das Leck abzudichten.

Rund 40 Hilfskräfte – Feuerwehr, DRK und die Polizei – waren vor Ort. Auch der Leonberger Oberbürgermeister Martin Kaufmann hat sich ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. Für ihn war es der erste Einsatz mit der örtlichen Feuerwehr.

Der OB ist auch vor Ort

Vor Ort war der Oberbürgermeister aber auch Kraft seines Amtes als Vorsitzender des neunköpfigen Aufsichtsrates der Leo Energie. Die laut eines Gemeinderatsbeschlusses vom Juli 2011 gegründete Leo Energie ist die Eigentümerin des Strom- und Gasnetzes auf Leonberger Gemarkung und verpachtet diese an die EnBW.

Die Stadtwerke Leonberg ihrerseits sind mit 51 Prozent der Anteile Mehrheitseigner an der Leo Energie. Die EnBW hält 49 Prozent der Anteile. Der kaufmännischen Geschäftsführer der Leo Energie ist der Leonberger Erste Bürgermeister Ulrich Vonderheid. Die EnBW hat das Recht, den technischen Geschäftsführer vorzuschlagen. Von der Gründung der Leo Energie haben sich die Stadt und der Gemeinderat seinerzeit einen rentablen Netzbetrieb versprochen und die damit verbundene Option, in die Energieerzeugung und den Stromhandel einsteigen zu können.




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