Fiese Serie: „Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“ Paartherapie beim Absahner

Der Therapeut (Jan Georg Schütte, li.) mit  Kumpel (Bjarne Mädel) Foto: ARD//NDR/Thomas Leidig 16 Bilder
Der Therapeut (Jan Georg Schütte, li.) mit Kumpel (Bjarne Mädel) Foto: ARD// NDR/Thomas Leidig

Ein verkrachter Immobilienmakler macht auf Beziehungsheiler. Unter anderen Bjarne Mädel hat in Jan Georg Schüttes NDR-Serie „Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“ große Auftritte.

Kultur: Thomas Klingenmaier (tkl)
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Stuttgart - Da sagt es mal einer: „Eine Liebesbeziehung steht heutzutage unter ständigem Beschuss. Stress, steigende Ansprüche, Konkurrenz auf dem Liebesmarkt.“ Also bietet sich der Titelheld der sechsteiligen, schwarzhumorigen NDR-Serie „Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“ als „härtester Freund“ kriselnder Paare an. Ein Paket von drei Sitzungen zum Komplettpreis von 1500 Euro soll alles richten, so das Versprechen. Ist das Paar danach nicht versöhnt, verzichtet der Therapeut auf sein Honorar.

Misstrauisch könnte machen, mit welcher Gier dieser Kranitz immer die 1000 Euro Vorschuss einstreicht. Oder der Umstand, dass er auf Nachfrage erklärt, auch mal ein Semester Psychologie studiert zu haben. Oder dass Kranitz eigentlich als Immobilienmakler arbeitet, sich allerdings ziemlich verspekuliert hat. Nun muss Kranitz zusehen, was er kostenneutral und bei diskreter Barzahlung anbieten kann: Paartherapie eben.

Improvisieren in der Oberliga

„Kranitz“ gehört in jene Oberliga deutscher TV-Angebote, in der Genreregeln, Quotenfixiertheit und auch Redaktionsbedenken vollkommen aufgehoben sind. Hier kann alles passieren und Unglaubliches zur Sprache kommen.

Der Regisseur Jan Georg Schütte („Klassentreffen“, „Für immer Sommer 90“) lässt die Schauspieler – diesmal sind unter anderen Lisa Hagmeister, Angela Winkler, Anna Schudt, Charly Hübner, Günther Maria Halmer und Bjarne Mädel dabei – mal wieder ohne Drehbuch, nur entlang von Grundlinien improvisieren. Er selbst spielt den als Beziehungsheiler getarnten Absahner Kranitz: „Ich kann ja nicht immer nur die Kollegen in die irrsten Improvisationen reinschmeißen“, sagt Jan Georg Schütte.

Manche Episoden sind schmerzhaft genau in ihrer Analyse von Befindlichkeitsmoden – andere dagegen ziemlich abgedreht: Bjarne Mädel spielt einen untalentierten Auftragsmörder. „Lustig, anrührend, unberechenbar“ sei die Serie, verspricht Schütte selbst nicht zu viel. Hinterher weiß man, dass er auch als Paartherapeut eine wilde Zukunft hätte.

„Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“, ARD-Mediathek ab Freitag. Lineare Ausstrahlung im NDR Fernsehen ab 20. Oktober immer mittwochs um 22.30 Uhr.




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