Filderstadt Frauen helfen Frauen auf den Fildern in zehn Sprachen

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Der Verein Frauen helfen Frauen Filder hat ein neues Infoblatt für Frauen zum Schutz vor häuslicher Gewalt herausgegeben. Besonders ist, dass es das nicht nur auf Deutsch, sondern in zehn Sprachen gibt.

Das neue Infoblatt des Vereins Frauen helfen Frauen zum Schutz vor häuslicher Gewalt gibt es in zehn Sprachen. Dieses Piktogram zeigt den Frauen, worum es geht. Foto: Malte Klein
Das neue Infoblatt des Vereins Frauen helfen Frauen zum Schutz vor häuslicher Gewalt gibt es in zehn Sprachen. Dieses Piktogram zeigt den Frauen, worum es geht. Foto: Malte Klein

Filderstadt - Häusliche Gewalt ist auch auf den Fildern für manche Frauen Alltag. „Im Jahr 2015 hat sich die Zahl der beratenen Frauen um 20 Prozent erhöht“, sagt Vera Bümlein-Lees vom Vorstand des Vereins Frauen helfen Frauen Filder. Sie und eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, stellten an diesem Freitag in Filderstadt ihren Jahresbericht vor. Außerdem zeigten sie neue Infoblätter, die der Verein in zehn Sprachen herausgibt.

Die beiden angestellten Sozialpädagoginnen des Vereins berieten im vergangenen Jahr 87 Frauen und hatten zu ihnen 178 Mal Kontakt. Allerdings sei die Zahl der Platzverweise nicht gestiegen. Diese können Polizisten erteilen, wenn sie wegen häuslicher Gewalt gerufen werden.

Mehr Beratungen auch weil der Verein bekannter wird

Einen Grund für die Zunahme sieht die Mitarbeiterin darin, dass es die Beratungsstelle des Vereins schon lange gibt – nämlich seit 20 Jahren und sie an die Öffentlichkeit gehen. Die Beraterin und Bümlein-Lees gehen davon aus, dass ihre Arbeit künftig noch stärker nachgefragt wird. Neben der Bekanntheit könne ein Grund sein, dass mehr zugewanderte Frauen Hilfe benötigen, sagte die Beraterin.

Da setzt auch das Infoblatt „Was tun bei Häuslicher Gewalt?“ an, das es nun in zehn Sprachen gibt. „Wir haben es aus unserer Notfallkarte mit den wichtigsten Telefonnummern entwickelt.“ Auf dem Blatt steht, wo und wie die Frauen Hilfe erhalten. „Gerade Frauen aus anderen Kulturkreisen wissen nicht immer, welche Rechte sie haben“, sagte Bümlein-Lees. Außerdem seien manche verunsichert. „Sie denken, dass sie abgeschoben oder ihnen die Kinder weggenommen werden, wenn sie sich trennen.“ Wichtig ist den Frauen, dass sie das Infoblatt nicht wegen der Flüchtlinge herausgeben. „Die Idee hatten wir schon länger. Die Umsetzung hat aber gedauert, so dass wir noch Arabisch und Kurdisch dazu genommen haben“, sagt die Mitarbeiterin.