Fingerzeig für Pilotabschluss? Tarifrunde: Metaller in NRW preschen vor

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Ist das ein Fingerzeig für den weiteren Verlauf der Metalltarifrunde? Während Arbeitgeber und IG Metall in Baden-Württemberg noch einen Termin für ein „Sondierungsgespräch“ suchen, haben in Nordrhein-Westfalen schon offizielle Verhandlungen begonnen.

Die Verhandlungsführer in NRW, Knut Giesler (links) und Arndt G. Kirchhoff, haben schon mal die ersten Schritte zu einem möglichen Zukunftspaket erörtert (hier bei einer früheren Tarifrunde). Foto: dpa/Oliver Berg
Die Verhandlungsführer in NRW, Knut Giesler (links) und Arndt G. Kirchhoff, haben schon mal die ersten Schritte zu einem möglichen Zukunftspaket erörtert (hier bei einer früheren Tarifrunde). Foto: dpa/Oliver Berg

Stuttgart/Düsseldorf - Die Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie birgt schon im Vorfeld dicke Überraschungen: Am Mittwoch haben die Chefunterhändler von IG Metall und Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen ein rund zweistündiges Gespräch geführt – als „Auftakt zu den vorgezogenen regionalen Verhandlungen über ein Zukunftspaket“, wie es hieß. Aus „Sondierungsgesprächen“, wie sie am Tag zuvor noch der IG-Metall-Vorstand empfohlen hatte, wurde somit über Nacht eine „Verhandlung“.

NRWler zeigen sich schon zuversichtlich

Zügig geht es voran: Man habe den weiteren Prozess geklärt, stellte IG-Metall-Bezirksleiter Knut Giesler fest. Weitere Treffen seien für den 12. und 19. Februar geplant. „Wir erwarten dann erste belastbare Resultate, die die Ernsthaftigkeit des eingeschlagenen Weges unterstreichen.“ Sein Pendant Arndt G. Kirchhoff, Präsident von Metall NRW, zeigte sich „zuversichtlich, dass wir jetzt mit der IG Metall in NRW in einen konzentrierten, konstruktiven und ergebnisoffenen Verhandlungsprozess einsteigen“. Gerade jetzt müsse sich Sozialpartnerschaft beweisen.

Erster Termin im Südwesten rein intern

Das Vorpreschen des Bezirks NRW kann als Signal gewertet werden: Womöglich sollen dort schon die Chancen eines Pilotabschlusses ausgelotet werden. Die Arbeitgeber dort hatten sich zu dem von der Gewerkschaft angeregten Stillhaltepakt moderater verhalten als die Verbände in Baden-Württemberg und Bayern, die diverse Bedingungen gestellt hatten. Unter sechs Punkten hatten sie insbesondere ein „echtes Belastungs-Moratorium (Stillhalteabkommen) als langfristiges Commitment mit einer Laufzeit von mindestens fünf Jahren“ verlangt. Mit der unterschiedlichen Tonalität in ihren Pressemitteilungen haben die Verbände auf der Gegenseite Erstaunen ausgelöst.

„Wir sind auf der Suche nach einem Termin für ein Sondierungsgespräch, das noch vor dem 20. Februar stattfinden soll“, sagte ein Südwestmetall-Sprecher am Mittwoch. An dem Tag beschließt die IG-Metall-Tarifkommission offiziell die Forderung. Von der Gewerkschaft ist zu hören, dass das Sondierungstreffen nicht vor dem 20. Februar öffentlich gemacht werden solle – man wolle es erst einmal intern bewerten.

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