Eine Kantine mit langer Vorgeschichte: Die neue Mensa auf dem Schulgelände in Münchingen nimmt Gestalt an. Der Rohbau steht schon. Deshalb wird am Donnerstag das Richtfest gefeiert.

Korntal-Münchingen - Ein Projekt, das ewig in der Pipeline war: So beschreibt der Korntal-Münchinger Bürgermeister Joachim Wolf den Neubau der Mensa am Schulzentrum Münchingen. Er ist Teil eines umfangreichen Schulentwicklungsplans, der auch die Modernisierung der Flattichschule, den Umzug der Strohgäuschule – einer Förderschule – nach Münchingen im Frühjahr 2018 und die Sanierung der Fachklassenräume der Realschule in Korntal vorsieht. Das Gymnasium dort wurde bereits saniert. Die verschiedenen Arbeiten dauern wohl bis Ende 2018 an.

Über die Neugestaltung des Areals rings um die Albert-Buddenberg-Halle in der Münchinger Ortsmitte wurde schon vor mehr als zehn Jahren nachgedacht. Doch sie stand immer wieder auf dem Prüfstand. Aufgrund geänderter Vorgaben in der Schulpolitik und zu hoher Kosten hat der Gemeinderat Beschlüsse mehrmals revidiert. Es kam sogar die Idee auf, die Mensa in ein bestehendes Gebäude der Flattichschule zu integrieren. „Das wäre aber nicht günstiger gewesen als ein Neubau“, sagt Wolf. Endgültig beschlossen hat der Gemeinderat den knapp 3,6 Millionen Euro teuren Neubau der Mensa im August 2016. Ende Juni 2017 rollten die Bagger an.

160 Sitzplätze und eine Küche

Inzwischen steht der Rohbau der neuen Kantine, sodass am Donnerstag das Richtfest gefeiert werden kann. „Wir gehen fest davon aus, dass die Mensa im Sommer 2018 fertiggestellt ist und pünktlich zum neuen Schuljahr in Betrieb geht“, sagt Wolf. Er sei froh, dass die Mensa „nach dem langen Hin und Her gebaut wird“. Auch, weil das Projekt das erste große nach Wolfs Amtsantritt im Juli 2007 war. Vor allem aber warteten die Eltern und Schüler sehnsüchtig auf die neue Kantine, die aus Wolfs Sicht wegen ihrer „attraktiven Erscheinung“ das Schulareal erheblich aufwerten werde.

Derzeit essen die Schüler der Flattichschule in der Buddenberghalle und im Foyer des Widdumhofs zu Mittag. In den Widdumhof wurden die Werkrealschüler im Mai 2011 ausquartiert, weil die Buddenberghalle aus allen Nähten platzte. An Spitzentagen haben sich bis zu 100 Kinder der umliegenden Schulen und Tagesstätten eingefunden, um das Essensangebot zu nutzen.

Bald wird sich die Situation entschärfen. In weniger als einem Jahr steht auf dem Gelände des ehemaligen Jugendtreffs und des Musikvereins gegenüber der Buddenberghalle ein eingeschossiges Mensa-Gebäude von rund 560 Quadratmetern. Es hat 160 Sitzplätze und eine Küche. Dort kochen künftig zweieinhalb Mitarbeiter der Stadt mit Ehrenamtlichen täglich bis zu 370 Essen. Davon gehen etwa 110 Mahlzeiten an die örtlichen Kindertagesstätten. Um die Bewirtung stemmen zu können, beantragt die Stadt zum Stellenplan 2018 eine weitere 75-Prozent-Stelle .

Mensa ist multifunktional

Der Speiseraum wird großzügig gestaltet, zudem gibt es einen Mehrzweckraum. Das hat einen Grund: Die Kantine ist als sogenannte multifunktionale Mensa angelegt, denn sie solle effizient genutzt werden, sagt Wolf: „Am Abend und am Wochenende können Vereine die Räume belegen“, sagt der Bürgermeister, etwa für Proben oder Vereinsfeste. Für die Nutzung verlangt die Stadt laut Wolf keine Gebühren.

Auf dem Münchinger Schulcampus wird es auch nach 2018 Baustellen geben: Die Buddenberghalle soll saniert werden, bevor aus ihr einmal eine moderne Sporthalle wird. Weil ein Neubau mindestens fünf Millionen Euro kostet, diskutieren die Kommunalpolitiker aber frühestens in fünf Jahren darüber. Was Wolf als Sportbegeisterter sehr bedauert. Er hätte am liebsten sofort eine zweite große Sporthalle in Münchingen. „Mir blutet das Herz. Denn wann der städtische Haushalt dieses sehr wünschenswerte Projekt zulässt, ist heute nicht absehbar“, sagt er. Erst dann wird auch die Neuordnung der Parkplätze ein Thema.

Termin: Das Richtfest der neuen Mensa auf dem Schulgelände in Münchingen, Schulstraße 2, ist am Donnerstag um 17 Uhr.