Folgen von Stuttgart 21 Bald wird über die B 14 entschieden

Von Josef Schunder 

Die Zeit drängt, sagen die Stadtverwaltung und die Bahn-Verantwortlichen. Sie wollen weitere Umbaumaßnahmen am Gebhard-Müller-Platz vergeben. Es gibt Widerstand, doch er kommt von einer Minderheit im Gemeinderat.

Vor dem Kulissengebäude der Oper (rechts) wird die B 14 in Tieflage geführt. Der Tunnel soll in Richtung Bad Cannstatt verlängert werden, doch das ist inzwischen umstritten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Vor dem Kulissengebäude der Oper (rechts) wird die B 14 in Tieflage geführt. Der Tunnel soll in Richtung Bad Cannstatt verlängert werden, doch das ist inzwischen umstritten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Der Gebhard-Müller-Platz direkt an der Kulturmeile ist zum kommunalpolitischen Zankapfel geworden. Was an der Stelle unten und oben verändert werden soll, steht seit Jahren fest und war mit der Bahn AG abgestimmt, die dort Stuttgart 21 mit dem Südportal des neuen Hauptbahnhofes baut. Nun aber wollen die Grünen und das Linksbündnis im Gemeinderat dies wenige Tage vor einigen Auftragsvergaben kippen. Dabei gibt es scharfe Warnungen von der Bahn und Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) vor Mehrkosten von bis zu 5,3 Millionen Euro. Am 28. Mai kommt es zur finalen Kraftprobe im Gemeinderat.

Es geht um Maßnahmen mit Kosten von 48,6 Millionen Euro für die Stadt, davon 34,7 Millionen für eine Fortführung des Tunnels für die Bundesstraße und eine neue Rampe in Richtung Neckartor. Diese Maßnahme, so der städtische Verkehrsplaner Stephan Oehler am Dienstag im Technik-Ausschuss, sei vereinbar mit den Plänen zum Rückbau der Schillerstraße und dem laufenden Wettbewerb für die Umgestaltung der innerstädtischen B 14. Mehr noch: Die Teilnehmer hätten für ihre Überlegungen möglicherweise darauf aufgebaut. Oehler ist sich auch sicher, dass „wir wieder so ähnlich planen würden“.

Vorwürfe an die Stadtverwaltung

Grüne und Linksbündnis wollen trotzdem davon weg. Für die Schillerstraße habe man inzwischen „eine ganz andere Planung im Blick“, sagte Björn Peterhoff (Grüne). Und Hannes Rockenbauch (SÖS) warnte, man würde sich große Chancen vergeben für die Neuordnung des öffentlichen Raums und würde beim Opernhaus auf lange Zeit den klaffenden Tunnelmund erhalten. Das Linksbündnis will also weg von der bestehenden und der künftig erweiterten Tunnel- und Deckellösung. Dafür könne man gut fünf Millionen Euro als Zusatzkosten ausgeben, denn dann würde man immer noch 30 Millionen für die Tunnelgeschichte sparen. Grüne und Linksbündnis verweisen darauf, dass man seit dem Auftakt des Planens im Rathaus mehrheitlich Beruhigungsmaßnahmen für eine „lebenswerte Innenstadt“ und eine 50-prozentige Reduzierung des Autoverkehrs beschlossen habe. Die Verwaltung habe es versäumt, meinte Rockenbauch, danach zügig die Pläne für den Platz zu ändern. Ja, hier handle es sich sogar „fast um eine Unterwanderung eines historischen Beschlusses im Rathaus“.

Das bürgerlich-konservative Lager und die SPD winkte ab. Grüne und Linksbündnis hätten selbst eine schnellere Reaktion auf ihre eigenen Verkehrsbeschlüsse verpennt. Thürnau seinerseits warnte die Antragsteller: Es könne bis zu zehn Jahre dauern, ehe eine belastbare Alternativplanung vorliegen würde, denn die umstrittenen Maßnahmen waren Teil der aufwendigen Genehmigungsverfahren für den neuen Hauptbahnhof. Die Entscheidung ist am 28. Mai vorgesehen. Das ist der letzte mögliche Termin.




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