Formel 1 in Spielberg Max Verstappen spaziert zum „Heimsieg“ in Österreich

Max Verstappen fährt vor seinen niederländischen Fans. Foto: AFP/JOE KLAMAR
Max Verstappen fährt vor seinen niederländischen Fans. Foto: AFP/JOE KLAMAR

Max Verstappen rast seinem ersten Titel entgegen, Formel-1-Dauerweltmeister Mercedes hat derzeit nichts entgegenzusetzen. Sebastian Vettel schied im Kampf um die goldene Ananas aus.

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Spielberg - Zehntausende Verstappen-Fans tauchten den Red-Bull-Ring auf der letzten Runde in orange Rauchschwaden, ihr Liebling scheint nach einem historischen Triumph seiner ersten Formel-1-Weltmeisterschaft entgegenzuschweben: Die Festwochen von Max Verstappen in der Formel 1 nehmen kein Ende. Nach dem Novum von drei Grand-Prix-Siegen binnen 15 Tagen baute der Niederländer seinen Vorsprung auf den klar geschlagenen Rekordweltmeister Lewis Hamilton auf 32 Punkte aus - und konnte sein Glück kaum fassen. 

„Alles war in Orange getaucht, es war unglaublich“, sagte Verstappen, der bei der Rückkehr der Zuschauermassen den nächsten Start-Ziel-Sieg einfuhr: „Das gesamte Paket in beiden Rennen hier war unglaublich. Ich habe es sehr genossen.“ Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Lando Norris im McLaren auf den Plätzen waren ebenso nur Statisten wie Mercedes-Topstar Hamilton, der nach einem Fahrfehler mit leicht beschädigtem Auto Vierter wurde.

Schumacher fährt auf Platz 17

Sebastian Vettel schied gar aus: Im Kampf um Platz zwölf kollidierte der Aston-Martin-Pilot in der letzten Runde mit seinem Kumpel Kimi Räikkönen, der ihn übersehen hatte. Am Ende wurde der viermalige Weltmeister als 17. geführt und damit einen Rang vor Mick Schumacher, der im unterlegenen Haas ein unauffälliges Rennen fuhr, aber wieder seinen russischen Teamkollegen Nikita Masepin klar im Griff hatte.

Auf dem Red-Bull-Ring gewann Verstappen den Großen Preis von Österreich ebenso souverän wie den Steiermark-Grand-Prix vor Wochenfrist an gleicher Stelle. Mercedes, Weltmeisterrennstall der letzten sieben Jahre, gerät nach fünf Rennen in Folge ohne Sieg entsprechend immer mehr ins Hintertreffen. Die Erklärung: Mercedes entwickelt bereits mit Hochdruck seinen Rennwagen für 2022, wenn ein neues Reglement greift. Red Bull hingegen steckt weiter viel Energie in Updates für das aktuelle Auto - zumindest momentan zahlt sich das aus.

Das Wochenend-Highlight aus Mercedes-Sicht war damit die Vertragsverlängerung mit Hamilton bis Ende 2023. „Die Leidenschaft brennt in Lewis“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Der harte WM-Kampf hat zusätzliche Funken entfacht. Lewis hat viel Freude daran, gemeinsam mit uns zu kämpfen.“

Verstappen verteidigt Führung mühelos

Erstmals seit 70 Rennen stand allerdings kein Mercedes in den Top Drei der Startaufstellung - doch nicht nur deswegen ging Hamilton wenig zuversichtlich ins neunte Saisonrennen. „Wenn ich mir unsere Pace anschaue, müssen wir uns nicht mit dem Sieg beschäftigen. Das wird wohl ein Spaziergang für Max“, sagte der Brite.

Verstappen verteidigte seine Führung beim Start mühelos. Die beiden Mercedes profitierten von einem harten Zweikampf zwischen Norris und Verstappens Teamkollegen Sergio Perez, in dessen Folge der Mexikaner in den Kies fuhr und zurückfiel. Hamilton jagte nun den zweitplatzierten Norris, während sich Verstappen kontinuierlich absetzen konnte. Als Hamilton in der 20. von 71 Runden endlich an seinem jungen Landsmann vorbei kam, war Verstappen bereits neun Sekunden enteilt.

Hamilton hatte nun zwar ebenfalls freie Fahrt, doch wie schon in der Vorwoche verlor der 36-Jährige immer weiter an Boden auf Verstappen, der ungefährdet seinem 15. Formel-1-Sieg und dem fünften in dieser Saison entgegenfuhr. Nachdem Hamilton seinen W12 beschädigt hatte, wies Mercedes seine Piloten zum Platztausch an. Auch Norris schlüpfte an Hamilton vorbei.

Verstappen erhielt am Red-Bull-Ring gewaltige Unterstützung aus der Heimat. Die Corona-Beschränkungen in Österreich sind seit dem 1. Juli deutlich gelockert, so ist die Maskenpflicht für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete aufgehoben. Die Ränge entlang der Strecke waren beinahe wie in Vor-Pandemie-Zeiten gefüllt - die meisten der 62.000 Zuschauer trugen Orange.




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