Fotografie Brexit-Opfer in Schwarz-Weiß

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Der Fotograf Toby Binder hat Jugendliche aus sechs unterschiedlichen protestantischen und katholischen Vierteln von Belfast mit der Kamera begleitet. Die Fotografien sind nun im Bildband „Wee Muckers. Youth of Belfast“ erschienen. Sie zeigen Teenager vor einer ungewissen Zukunft.

Düstere Zukunft? Der Junge Brendan blickt von seinem Fahrrad aus auf Polizisten in der Trinity Street Foto: Toby Binder 8 Bilder
Düstere Zukunft? Der Junge Brendan blickt von seinem Fahrrad aus auf Polizisten in der Trinity Street Foto: Toby Binder

Belfast - Meist wird der Brexit aus der Perspektive Englands erzählt, dabei müssen auch Schottland und Nordirland die EU verlassen – obwohl die meisten Menschen hier in der Europäischen Union bleiben wollen. Der Fotograf Toby Binder zeigt in seinem soeben erschienenen Bildband „Wee Muckers. Youth of Belfast“, auf Deutsch etwa „Die kleinen Kumpels. Jugend von Belfast“, den nord­irischen Blick auf die Folgen eines EU-Austritts.

Protestantische und katholische Jugendliche vor einer ungewissen Zukunft

Binder beschäftigt sich seit 2005 fotografisch mit dem Alltag britischer Jugendlicher in klassischen Arbeitervierteln. Nach dem Brexit-Referendum hat er den Fokus auf Nordirlands Hauptstadt Belfast gelegt. Die Sorge ist groß, dass eine harte Grenze den Nordirlandkonflikt wieder aufleben lassen könnte. „Gerade die Zukunftsaussichten der jungen Generation werden vom Brexit massiv beeinflusst – ohne dass sie bei dem Referendum mitentscheiden durften, da die meisten noch nicht wahlberechtigt waren“, sagt Binder. Seine Bilder zeigen protestantische und katholische Jugendliche vor einer ungewissen Zukunft. „Obwohl die Teenager noch immer durch Mauern getrennt sind, gleichen sich ihre Probleme: Arbeitslosigkeit, Drogen und Gewalt mischen sich zu einer resignativen Perspektivlosigkeit.“