Fotokunst im Hinterhof Stefan Heilemann stellt seinen dritten Bildband vor

Fotokünstler Stefan Heilemann arbeitet in Stuttgart-West. Foto: Heilemania 5 Bilder
Fotokünstler Stefan Heilemann arbeitet in Stuttgart-West. Foto: Heilemania

Abstrakte Porträts, surreale Traumwelten, Fotografie, Malerei und digitaler Zauber, alles umweht vom Hauch des Vergänglichen: Der Stuttgarter Fotokünstler Stefan Heilemann stellt sein drittes Buch „Drown In The Surface“ am Wochenende bei einer DIY-Hinterhofausstellung vor.

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Stuttgart – Ein Hinterhof im Stuttgarter Westen. Einige Architekten stehen bei einem Kaffee vor ihrem Büroeingang, aus einem Atelier dringt Musik. Hier, in den alten Räumlichkeiten einer Werkstatt, hat sich Stefan Heilemann sein Reich eingerichtet.

Überall stehen Kameras, Objektive und Blitzmaschinen, aber auch Spraydosen, Farbe und allerlei Accessoires von Federn bis Totenköpfen. Der Stuttgarter Fotokünstler, der vor allem unter dem Namen Heilemania bekannt ist, ist eben kein klassischer Fotograf, sondern ein Künstler, der in den Grenzlanden zwischen Fotografie, Kunst und digitaler Illusion unterwegs ist.

Der Fotograf, dem Till Lindemann vertraut

Seine Werke zieren Plattencover von Rammstein-Sänger Till Lindemann oder Musikgrößen wie Epica, Oomph! und Beyond The Black. Wenn er gerade mal keine Musikerinnen oder Musiker in seinem Atelier ablichtet, verwirklicht er seine ganz eigenen Visionen. Die sind mal jenseitig und mal chimärenhaft, mal düster und mal hoffnungsvoll, mal augenzwinkernd und mal von subtiler Erotik. Nie sind sie jedoch eines: 08/15.

Stefan Heilemann erschafft Werke, für die man eigentlich ein neues Genre erfinden müsste. Er fotografiert Menschen, ja, aber damit fängt es erst an. Er bearbeitet digital, verwendet analoge Praktiken, pinselt direkt auf die Bilder, fotografiert lieber unzählige kleine Details, anstatt sie digital nachzubasteln. Ganze Nächte verbringt er vor dem Rechner, hört Musik, trinkt Wein und verfeinert seine Bilder wie die alten Meister. „Das ist wie eine Art Trance, bei der ich die Zeit vergesse“, so Stefan. Sein neuer, mittlerweile dritter Bildband „Drown In The Surface“ erzählt davon. Er versammelt Bilder der letzten drei Jahre – geprägt von den Oberflächlichkeiten des Social-Media-Zeitalters, aber natürlich auch von Corona.

Förderung war ein Glücksfall

Gefördert wurde sein jüngstes Buchprojekt durch ein Stipendium des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Für den Künstler ein Glücksfall: „Ich hätte das Buch so oder so gemacht, aber wahrscheinlich erst viel später“, erzählt Stefan. „Durch die Coronapandemie sind auch mir zahlreiche Aufträge weggebrochen, sodass ich es nicht hätte finanzieren können.“ Zum Glück ging es gut aus: Seine Bilder sind von opulenter Schönheit und Strahlkraft, oft erinnern sie an postmoderne Interpretationen großer Renaissance-Werke, wie man auch in der Bildergalerie oben erahnen kann. Es würde nicht verwundern, wenn auch dieses Werk wieder für den Deutschen Fotobuchpreis nominiert werden würde.

Ausstellung am Ort des Geschehens

Richtig zur Geltung kommen Werke wie diese natürlich erst im Großformat. Bestaunen kann man sie dieses Wochenende bei seiner Release-Party und Ausstellung im Hinterhof der Hasenbergstraße 49b – direkt neben der Eckkneipe Moja Kafana, die Stefan gern für ein Feierabendbier nutzt. „Ich sehe meine Bilder primär nicht an den weißen Wänden einer Galerie“, sagt Stefan. „Außerdem liebe ich Hinterhöfe. Deshalb war für mich schnell klar, dass die erste Ausstellung da stattfinden soll, wo meine Bilder auch entstehen und wir abends gern zusammensitzen.“ Samstag, den 25. September, von 10 bis 22 Uhr und Sonntag, den 26. September, von 10 bis 18 Uhr ist die kostenlose Ausstellung geöffnet, in entspannter und lauschiger Atmosphäre kann eine Auswahl der neuen Werke bestaunt werden. Bücher wird es ebenso zu kaufen geben wie limitierte Kunstdrucke – in Anwesenheit des Künstlers, versteht sich.

Wer es nicht zur Ausstellung schafft: Erhältlich sind der neue Bildband und die Kunstdrucke auch im MeinStuttgart-Shop. Spannender wird es aber garantiert in seinem Hinterhof. Wie oft hat man schon die Möglichkeit, Werke direkt dort zu bestaunen, wo sie entstehen?




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