Freibaderöffnung in Stuttgart Warum die Mineralbäder zu bleiben

Still ruht das Außenbecken des frisch sanierten Mineralbads Berg. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Still ruht das Außenbecken des frisch sanierten Mineralbads Berg. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

In den Stuttgarter Freibädern darf wieder gebadet werden. Nicht aber in den Außenbecken der Mineralbäder Leuze und Berg. Schuld ist nicht Corona, sondern Personalnot.

Lokales: Jan Sellner (jan)
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Stuttgart - Die Freibäder in Stuttgart haben wieder geöffnet, doch die Mineralbäder bleiben geschlossen, obwohl sie öffnen dürfen, sofern sie über ein abgetrenntes Außenbecken verfügen. Diese Voraussetzung ist – anders als im Solebad Cannstatt – sowohl im Mineralbad Leuze als auch im Mineralbad Berg gegeben. Warum also machen die beiden Bäder nicht auf, zumal viele Leuzianer und Bergianer sehnsüchtig darauf warten? Das aufwendig sanierte Berg etwa hatte nach vierjähriger Umbauphase erst im Oktober wieder geöffnet, um dann im November wieder schließen zu müssen. Jetzt lassen die Coronazahlen den Badebetrieb im Außenbereich zu, doch das Mineralwasser, das manche für den größten Schatz Stuttgarts halten, bleibt bis auf Weiteres unzugänglich – laut der Bäder-Homepages bis 1. Juli. Die Erklärung der Bäderbetriebe für die Verzögerung: kein Personal! „Wir benötigen momentan sämtliche Beschäftigte für die Durchführung des Freibadbetriebs“, heißt es auf Anfrage. Die Auflagen im Pandemiebetrieb seien noch personalintensiver als im Vorjahr. Allein die lückenlose Nachweiskontrolle von Geimpften, Genesenen und Getesteten führe zu einem deutlich erhöhten Personal- und Organisationsaufwand.

„Uns fehlt fast das komplette Saisonpersonal“

Erschwerend kommt für die Bäderbetriebe hinzu, „dass uns fast das komplette Saisonpersonal fehlt“. Trotz intensivster Bemühungen über Monate hinweg habe man fast keine Bewerbungen erhalten. Zu den Aufgaben zählen neben der Betreuung der Badegäste und dem Aufsichts- und Rettungsdienst im Schichtdienst auch die Reinigung und Desinfektion der Schwimmbecken. Offenbar ziehen weder das Einstiegsgehalt von 2413 Euro im Monat noch das Angebot der Stadt, Interessenten beim Erwerb des DLRG-Rettungsscheins in Silber zu unterstützen. Gleichwohl suchen die Bäderbetriebe weiter fieberhaft nach „aufsichtsfähigem Personal“, wie sie betonen: „Jede Neueinstellung hilft uns – gemäß dem Stufenplan des Landes –, möglichst schnell weitere Bäder zu öffnen.“




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