InterviewFreiburger OB-Kandidat Martin Horn „Ich habe in Sindelfingen viel gelernt“

Martin Horn möchte nach Freiburg. Foto: dpa
Martin Horn möchte nach Freiburg. Foto: dpa

Botswana, Straßburg, Sindelfingen sind Berufsstationen von Martin Horn. Nun zieht es den Leiter des Europabüros als Oberbürgermeister nach Freiburg.

Böblingen: Gerlinde Wicke-Naber (wi)
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Sindelfingen - Es war eine große Überraschung für viele Sindelfinger: Am Montag verkündete Martin Horn, seit drei Jahren der Leiter des Sindelfinger Büros für Internationale Angelegenheiten im Rathaus, seine Kandidatur als Oberbürgermeister von Freiburg. Der 33-Jährige tritt gegen den beliebten Amtsinhaber, den Grünen Dieter Salomon, an. Der parteilose Horn, der in Freiburg von der SPD unterstützt wird, erzählt von seinen Plänen.

Herr Horn, der Oberbürgermeister Dieter Salomon sitzt in Freiburg fest im Sattel. Warum wollen Sie ausgerechnet gegen ihn antreten? Wäre eine Kandidatur in einer anderen Stadt nicht aussichtsreicher?
Das ist die zentrale Frage, die mir immer wieder gestellt wird. Es geht mir nicht darum, dort zu kandidieren, wo die Chancen am größten sind. Es geht mir tatsächlich um Freiburg. Die Stadt mit ihrem offenen Klima passt zu mir und meiner Familie. Und es gibt hier durchaus eine Wechselstimmung. Viele Leute sagen: 16 Jahre Salomon reichen. Das haben mir viele Bürgerinnen und Bürger und auch Gemeinderäte in Gesprächen vorab signalisiert. Und die Resonanz nach der offiziellen Verkündung meiner Bewerbung war enorm und fast durchweg positiv.
Wer unterstützt Sie?
Ich habe bereits einen Unterstützerkreis: Studenten, Pflegekräfte der Klinik, viele junge Leute, die nur einen OB Salomon kennen und sagen, die junge Stadt Freiburg braucht einen Wechsel. Auch die SPD-Fraktion unterstützt meine Kandidatur, obwohl ich kein Parteibuch habe. Ich will ein überparteilicher Kandidat sei. Und es wird eine überparteiliche Wählerinitiative geben, die hinter mir steht. Viele sehen es auch als positiv, dass ich ein Kandidat von außen bin, der in Freiburg nirgendwo involviert ist.
Wie sind die Reaktionen in Sindelfingen auf die Nachricht ihrer Bewerbung?
Ich habe viele bestärkende E-Mails von Gemeinderäten, Kollegen sowie Sindelfingerinnen und Sindelfingern bekommen, zum Teil auch mit dem Angebot, Kontakte in Freiburg zu vermitteln. Das freut mich sehr.
Auch ihr Chef, Bernd Vöhringer, war ähnlich jung, als er OB wurde. Hat er Ihnen Tipps gegeben?
Herr Vöhringer freut sich über mein Engagement. Aber er muss neutral bleiben, und er arbeitet beim Deutschen Städtetag mit Herrn Salomon zusammen. Aber ich habe in den vergangenen drei Jahren im Sindelfinger Rathaus viel gelernt. Herr Vöhringer hat mir viel Freiraum gelassen und ich durfte viele Bereiche aktiv gestalten.
Was machen sie, wenn Sie verlieren?
Im Moment bin ich von meiner Arbeit in Sindelfingen freigestellt, aber weiter bei der Stadt angestellt. Und nach einer gewissen Zeit kann ich sicher wieder zurückkommen. Aber nochmals: Mein Ziel ist, in Freiburg zu gewinnen. Dafür trete ich an.
Ist ein Sieg realistisch?
Ich rechne mir gute Chancen aus. Und ich stehe ja erst am Anfang. Ich habe nun dreieinhalb Monate Zeit, mich bekannt zu machen und um die Wählerinnen und Wähler zu werben. Meine Kandidatur ist eine echte überparteiliche Alternative zu Salomon.



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