Freitag, der 13. Das sollten Sie über Freitag, den 13. wissen

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Zwei Mal in diesem Jahr ist ein Freitag, der 13. – im September und Dezember. Die einen sehen in Freitag, dem 13. ein schlechtes Omen. Andere halten das für Schmarrn. Was ist wirklich dran am Aberglauben rund um den angeblichen Unglückstag?

Ein Kalenderblatt mit dem Aufdruck „Freitag 13“ liegt auf einem Tisch. Freitag, der 13. gilt vielen als Unglückstag. Foto: dpa/Soeren Stache
Ein Kalenderblatt mit dem Aufdruck „Freitag 13“ liegt auf einem Tisch. Freitag, der 13. gilt vielen als Unglückstag. Foto: dpa/Soeren Stache

Stuttgart - Freitag, der 13. gilt Abergläubischen als ein Tag, an dem einem besonders viel Unglück widerfahren kann. Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Wir haben nachgehakt:

Bringt der zweite oder gar der dritte Freitag, der 13. im Jahr mehr Unglück als der erste Freitag, der 13.?

Eine solche Rechnung setzt voraus, dass an dem Aberglauben etwas dran ist. Dem Volkskundler Peter Fauser vom Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt zufolge gibt es statistisch gesehen keinerlei Beweise dafür, dass sich an einem Freitag, den 13. mehr Unglücke ereignen als an „normalen“ Tagen.

„Wenn sich die Menschen etwas nicht erklären konnten, haben sie sich allerlei Hokuspokus ausgedacht.“ Dieser Aberglaube sei heute nicht mehr präsent in der Gesellschaft, erklärt Volkskundler Fauser. „Heute spricht man eigentlich nur noch ironisch darüber.“

Könnte trotz dieser Expertise etwas an dem rabenschwarzen Unglückstag dran sein?

Auch wenn man wissenschaftlich nicht belegen kann, dass sich an einem Freitag, den 13. mehr Pech vorkommt, entfaltet dieser Tag eine Art psychologischen Sog. Denn all die Paraskevedekatriaphobiker dieser Welt sind felsenfest überzeugt, dass sie sich nicht umsonst vor diesem Tag fürchten.

Als Paraskavedekatriaphobie – auch Triskaidekaphobie genannt, abgeleitet von den griechischen Begriffen „paraskeue“ (Freitag), „dekatria“ (dreizehn) und „phobos“ (Angst) – bezeichnet man in der Psychologie die abergläubische Angst vor der Zahl 13.

Eine Auswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) von Krankmeldungen hat ergeben, dass an Freitagen, den 13. drei- bis fünfmal mehr Arbeitnehmer krankgeschrieben sind als im Jahresdurchschnitt.

Wie häufig ist ein Freitag, der 13. im Kalenderjahr?

Jedes Kalenderjahr hat mindestens einen, aber höchstens drei Freitage, die auf einen 13. fallen. 2019 sind es zwei – im September und Dezember. Freitag, der 13. lag zuletzt 2002 und 2013 im neunten und zwölften Monat des Jahres, 2024 wird es wieder so sein.

Wann treten drei Freitage, die 13. im Jahr auf?

Das ist immer in einem Nichtschaltjahr der Fall, in dem der 13. Februar ein Freitag ist. Dann ist nämlich auch der 13. März und 13. November ein Freitag. In Schaltjahren – die bekanntlich alle vier Jahre auftreten – sind es der Januar, April und Juli, in denen der 13. auf den gleichen Wochentag und damit auf einen Freitag fallen kann.

Wie lang sind die Abstände zwischen Freitagen, den 13.?

Der kürzeste Abstand beträgt gerade mal vier Wochen. Das ist immer dann der Fall, wenn der 13. Februar ein Freitag und der Februar nur 28 Tage lang ist – also kein Schaltjahr ist. Dann ist bereits im folgenden März der 13. wieder ein Freitag. Zuletzt war dies 2015 der Fall, das nächste Mal wird es 2026 sein.

Die längste Zwischenzeit kann 14 Monate oder 61 Wochen dauern. Dieses kalendarische Kuriosum tritt dann ein, wenn der 13. August ein Freitag und das darauffolgende Jahr ein Schaltjahr mit 366 statt 365 Tagen ist. Dann kommt es erst wieder im Oktober des darauffolgenden Jahres zu einem Freitag, dem 13.

Dies war zuletzt im August 1999 sowie im Oktober 2000 der Fall. Das nächste Mal tritt diese Konstellation im August 2027 sowie im Oktober 2028 ein.

Woher stammt der Freitag, der 13. Aberglaube?

Das schlechte Omen kommt schon in der Bibel vor. Nach christlicher Überlieferung wurde Jesus Christus an einem Freitag ans Kreuz geschlagen, nachdem ihn am Vorabend Judas – der 13. Teilnehmer des Abendmahls – verraten hatte.

Auch in der nordischen Mythologie gibt es einen unheilvollen Gast: Nachdem Gott Loki als 13. in Walhalla auftaucht, stirbt Baldur, der Gott der Schönheit. Über die Erde legt sich Dunkelheit. Das Ende der Welt – Ragnarök – hat begonnen.

Passieren an einem Freitag, den 13. tatsächlich mehr Unglücke?

Ausgerechnet am Freitag, den 13. Oktober, wird der internationale Rauchmeldertag begangen. Entgegen dem angeblichen Aberglauben sind Unfälle allerdings seltener: Freitage sind zwar besonders schadensreich, hat die Zurich Versicherung festgestellt. Wenn es sich um einen 13. des Monats handelt, gibt es rund zehn Prozent weniger Versicherungsmeldungen.