Fridays for Future in Stuttgart Was der globale Klimastreik mit der Landtagswahl zu tun hat

Dicht gedrängt und ohne Maske – so sahen die Demonstrationen von Fridays for Future vor der Corona-Pandemie aus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Dicht gedrängt und ohne Maske – so sahen die Demonstrationen von Fridays for Future vor der Corona-Pandemie aus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Bewegung Fridays for Future ruft am Freitag weltweit zum Streik für den Klimaschutz auf. Auch in Stuttgart hat die Ortsgruppe Aktionen geplant.

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Stuttgart - Auf den Straßen Stuttgarts war es freitags lange still. Die Corona-Pandemie verhinderte die regelmäßigen Streiks von Fridays for Future vor Ort, die bis dahin an jedem Freitag stattgefunden haben. Im September des vergangenen Jahres versammelten sich zwar auch in Stuttgart Demonstranten zum globalen Klimastreik, ansonsten blieb es aber eher ruhig um die Bewegung. Nun soll am Freitag der zweite weltweite Streik für die Umwelt während der Corona-Pandemie folgen.

Die Aktion stehe dieses Mal unter dem Motto „#Nomoreemptypromises“, zu deutsch „Keine leeren Versprechungen mehr“, wie die Stuttgarter Aktivistin Nisha Toussaint-Teachout erklärt. Das passe auch zur aktuellen Landtagswahl in Baden-Württemberg. Denn die Bewegung wolle die Parteien dazu auffordern, eine handlungsfähige Koalition in Bezug auf den Klimaschutz zu bilden. Außerdem steht die Bewegung laut Toussaint-Teachout beim globalen Klimastreik erneut dafür ein, dass die Politik sich nach dem 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimaabkommen richten solle. „Wir haben leere Versprechungen satt“, sagt auch Cosima Rade, Pressesprecherin der Stuttgarter Ortsgruppe. „Wir fordern die Politik im Superwahljahr dazu auf, endlich etwas zu tun.“

Klimaschutz hat laut Aktivisten auch in der Pandemie Bedeutung

Auch in der Corona-Pandemie ist der globale Klimastreik für die Aktivisten wichtig. „Die Klimakrise wartet nicht, bis andere Krisen bewältigt worden sind“, erklärt die Pressesprecherin. Auch Nisha Toussaint-Teachout teilt diese Meinung und ergänzt, dass sich die Klimakrise im Gegensatz zum Coronavirus nicht wegimpfen lasse. Die Pandemie hat laut Cosima Rade aber auch einiges für die Bewegung verändert: „Die zwei Hauptpunkte unserer Bewegung, die Klimakrise als größte Krise und die Massenaktionen, waren nicht mehr gegeben.“ Die Stuttgarter Ortsgruppe habe die Zeit aber genutzt, um digitale Formate zu entwickeln, sich strukturell besser aufzubauen und mit anderen Organisationen zu vernetzen, so Rade. „Jetzt wollen wir wieder auf die Straße gehen.“

Lesen Sie hier: Aktivisten rufen zum globalen Klimastreik im März auf

Die Aktion sei momentan vertretbar, erläutert Nisha Toussaint-Teachout. In Stuttgart liegt der Inzidenzwert noch unter 100, in anderen Regionen Baden-Württembergs mit höheren Zahlen sei der globale Klimastreik in Präsenz abgesagt worden. Es gebe allerdings auch für diese Gebiete Aktionen im Netz, wie beispielsweise Livestreams. Der Aktivistin zufolge sei es aber nötig, wieder auf die Straße zu gehen, sofern das möglich ist. Denn im Netz könne man die Aktion einfach wegklicken.

Klimastreik mit Maskenpflicht und ohne Demozug

Durch die Coronapandemie läuft allerdings auch in Stuttgart alles etwas anders ab als normalerweise. Es gibt dieses Mal keinen Demozug, sondern nur eine Kundgebung mit Rede- und Musikbeiträgen im Oberen Schlossgarten. Zusätzlich findet eine Kunstaktion in Zusammenarbeit mit Stuttgarter Künstlern und Theatergruppen statt. Dabei werden mit Forderungen gefüllte Flaschen durch die Stadt getragen und am Ort der Kundgebung als Bild zusammengestellt. Laut Nisha Toussaint-Teachout gilt während der Veranstaltung die Maskenpflicht. Zusätzlich sollen Ordner darauf achten, dass die Hygieneregeln eingehalten werden.

Eine Massendemonstration ist dieses Mal nicht das Ziel des globalen Streiks, wie die Klimaschützerin erklärt. Offiziell angemeldet sind für die Veranstaltung 500 Menschen. Es sei schon ein riesiger Erfolg, wenn diese Anzahl an Menschen coronakonform ein Zeichen setze, so Touissaint-Teachout. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn mehr Menschen kommen“, sagt Cosima Rade. „Wegen Corona ist das aber natürlich schwierig.“ Sie legt ihre Hoffnungen in die Aktionen im Netz: „Durch die digitalen Formate werden noch mehr Menschen dabei sein.“




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