Frisch Auf Göppingen Desolater Pokal-Auftritt

Von Jürgen Frey 

Es musste nicht zwingend erwartet werden, dass Frisch Auf Göppingen nach dem Sieg in der Bundesliga auch das DHB-Pokal-Viertelfinalspiel beim SC Magdeburg gewinnt. Dass sich das Team aber beim 27:40 dermaßen willenlos seinem Schicksal ergibt, überrascht und wirft Fragen auf.

Das ging richtig schief für Frisch Auf Daniel Rebmann: Der Torwart wurde von seiner Abwehr im Stich gelassen. Foto: Baumann
Das ging richtig schief für Frisch Auf Daniel Rebmann: Der Torwart wurde von seiner Abwehr im Stich gelassen. Foto: Baumann

Magdeburg - Es mag so Tage geben im Sport, in denen nichts, aber auch gar nichts funktioniert: Das darf für den vollkommen missratenen Auftritt von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen beim SC Magdeburg aber keine Entschuldigung sein. Was sich das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer beim 27:40 (12:21) im DHB-Pokal-Viertelfinale in Abwehr und Angriff leistete, spottete jeder Beschreibung.

Weit und breit kein Führungsspieler

Spätestens als beim 10:16-Rückstand Sebastian Heymann und Marco Rentschler zweimal völlig freistendend am starken SCM-Keeper Yannick Green scheiterten, gingen die Köpfe vollends nach unten. Praktisch willenlos ergab sich das an diesem Abend desolate Ensemble in Grün und Weiß seinem Schicksal. Weit und breit war kein Führungsspieler auszumachen, der vorne weg ging und sich gegen die Packung stemmte.

Keine Impulse aus dem Rückraum

Beste Werfer für Frisch Auf vor 6372 Zuschauern waren die Außen Rentschler (6/4) und Marcel Schiller (5/1) sowie Kreisläufer Kresimir Kozina (5). Aus dem Rückraum kamen so gut wie keine Impulse. Erfolgreichster Werfer der Magdeburger, die ohne ihre beiden verletzten Spielmacher Marko Bezjak und Christian O’Sullivan auskommen mussten, war Matthias Musche (10/5). Der Linksaußen gewann damit auch das Duell gegen Nationalmannschaftskollege Schiller.

„Wir haben jetzt in drei Wochen die ganze Bandbreite der Gefühle erlebt – von einem tollen Sieg in der Bundesliga bis hin zu einer enttäuschenden Pokal-Niederlage. Am Anfang hat uns sicherlich SCM-Keeper Yannick Green den Zahn gezogen. Unsere Abwehr war nicht so präsent wie beim Ligaspiel und im Angriff hat zu wenig funktioniert“, sagte Trainer Mayerhoffer.

Sonntag in Hannover

Nachdem der Einzug ins Final Four verpasst wurde, muss Göppingen nun in der Liga versuchen, seine tief enttäuschten Fans zu versöhnen. Zwei Chancen gibt es noch in diesem Jahr: Am kommenden Sonntag (16 Uhr) bei der TSV Hannover-Burgdorf und am 26. Dezember (16 Uhr) in der heimischen EWS-Arena gegen die SG BBM Bietigheim. „Wir werden jetzt ganz schnell nach vorne schauen“, sagte Mayerhoffer.

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