Der TVB Stuttgart fühlt sich bei der 32:34-Derby-Niederlage bei Frisch Auf Göppingen am Ende benachteiligt. Für den frustrierten Trainer Roi Sanchez ist dies kein Einzelfall in dieser Saison.

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Göppingen - Jürgen Schweikardt stürmte wild gestikulierend auf die Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler und Maike Merz zu. Trainer Roi Sanchez diskutierte mit wütendem Gesicht mit dem Technischen Delegierten Jürgen Rieber am Zeitnehmertisch. Was die beiden Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart so auf die Palme brachte, war die Szene 14 Sekunden vor Schluss: TVB-Kreisläufer Zarko Peshevski kommt – absolut siebenmeterwürdig bedrängt von Nemanja Zelenovic – zum Wurf, Frisch-Auf-Keeper Urh Kastelic hält den Ball, doch der Pfiff bleibt aus. Im Gegenzug netzt der norwegische Rechtsaußen Kevin Gulliksen zum 34:32-Endstand ein. „Wir können nicht verstehen, was passiert ist, das war ein klarer Siebenmeter und die entscheidende Szene des Spiels“, schimpfte Sanchez.

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Und wie sah der Kollege Hartmut Mayerhoffer die Aktion? „Wir hatten kurz vor der Pause, als unser Kreisläufer Kresimir Kozina gefoult wurde, auch keinen Strafwurf bekommen. Die Schiedsrichterinnen hatten ihre Linie, die zogen sie durch.“ Sanchez zählte noch drei weitere Spiele seines Teams auf (beim Bergischen HC, in Wetzlar, in Lübbecke), in denen es benachteiligt worden sei. „Die beste Liga der Welt hat Luft nach oben in diesem Bereich“, meinte der frustrierte Spanier und plädierte in diesem Zusammenhang auch für einen Videobeweis.

Viel Tempo, viele Fehler

Es war ein ungemein temporeiches Derby mit spektakulären Toren, aber auch unglaublich vielen Fehlern. Die machte der TVB vor der Pause reihenweise und lag 13:19 hinten. Nach dem Wechsel brachte Frisch Auf durch eigene Unzulänglichkeiten, Fehlabgaben und Unkonzentriertheiten den bis dahin klar unterlegenen, aber nie aufsteckenden Gegner zurück ins Spiel. Beim 28:28 (54.) hatte der TVB sogar die Chance zur Führung. Auch nach einem neuerlichen 29:32-Rückstand (57) gab das Sanchez-Team nicht auf, glich dank starker Moral und mutigem Sieben-gegen-Sechs-Spiel wieder zum 32:32 aus. Zelenovic traf für Frisch Auf zum 33:32, ehe die Szene folgte, die die Stuttgarter vor Wut schäumen ließ.

Frisch Auf verlängert mit Ellebaek

Für Frisch Auf, das mit Rückraumspieler Tobias Ellebaek um ein Jahr bis 2023 verlängerte, geht es nach der EM-Pause am 9. Februar beim Bergischen HC weiter. Der TVB startet am 10. Februar gegen den THW Kiel. Abstiegskampf pur steht an, denn nur wegen der besseren Tordifferenz gegenüber dem HBW Balingen-Weilstetten (23:23 bei GWD Minden) steht das Team nicht auf einem Abstiegsplatz. „Wir müssen massiv dran arbeiten, weniger Gegentore zu bekommen“, sagte Sanchez am Ende ganz sachlich. Seine Miene blieb nach wie vor äußerst finster.

Frisch Auf Göppingen Kastelic (1. bis 60. Minute), Klein, Rebmann (bei 2 Siebenmetern) – Smarason (6 Tore), Kneule, Lindenchrone (1), Heymann (5), Bagersted (1), Ellebaek, Schiller (10/5), Goller, Gulliksen (7), Hermann, Zelenovic (2), Kozina (2), Neudeck.

TVB Stuttgart Pesic, Thulin (ab 24. Minute) – Augustinussen, Hanusz (3), Kristjansson (6/5), Lönn (6), Meschke, Peshevski (1), Pfattheicher (7), Röthlisberger (1), Runarsson, Schulze, Weiß (1), Zieker (4), Müller (3), Schöttle.

Zuschauer 750.

Schiedsrichterinnen Tanja Kuttler (Meckenbeuren)/Maike Merz (Oberteuringen).

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