Frisch Auf Göppingen spielt 24:24 Der Befreiungsschlag bleibt aus

Wohin geht der Weg? Göppingens Felix Lobedank blickt angespannt in die Zukunft. Foto: Baumann
Wohin geht der Weg? Göppingens Felix Lobedank blickt angespannt in die Zukunft. Foto: Baumann

Frisch Auf Göppingen hat in der Handball-Bundesliga auch unter seinem Interimscoach Aleksandar Knezevic nur 24:24 gegen Wetzlar gespielt. Zudem übte er Kritik an seinem Vorgänger Velimir Petkovic.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Göppingen - Das große Zittern bleibt weiterhin ein fester Bestandteil im Repertoire des Handball-Bundesligisten Frisch Auf Göppingen. Auch im ersten Spiel nach der Beurlaubung des Trainers Velimir Petkovic sahen 4800 Zuschauer in der EWS-Arena beim 24:24 (15:11) gegen die HSG Wetzlar nicht die Geburtsstunde eines neuen Teams.

Der Interimstrainer Aleksandar Knezevic hat bei der Suche nach den Gründen für die unbefriedigenden Darbietungen der vergangenen Wochen vielmehr eine neue Komponente hinzugefügt. „Die Mannschaft ist psychisch und physisch in einer schlechten Verfassung“, sagte der 44-Jährige. „Sie läuft wie auf Sand – und kommt nicht vorwärts. Ich war schockiert.“ Dass der Saisonverlauf im Selbstbewusstsein der Spieler tiefe Risse hinterlassen hat, ist keine neue Erkenntnis. Anders verhält es sich mit der Behauptung, dass das Team nicht fit sei. „Da kommen einige Dinge zusammen“, sagt Manuel Späth, Kopf und Körper dürften nicht getrennt, vielmehr müsse die Lage differenziert betrachtet werden. „Wir haben gegen die Rhein-Neckar Löwen sieben Tore aufgeholt, da musst du schon fit sein“, sagt der Kreisläufer. Für Späth ist indes auch klar, „dass jetzt alles auf den Prüfstand muss“.

Knezevic konnte am Samstag nur moderate Eingriffe vornehmen. So setzte der Interimscoach unter den Augen geballter Handballprominenz mit dem Bundestrainer Martin Heuberger, Bernhard Bauer, dem neuen Präsidenten des Deutschen Handballbundes, und dem Landesverbandschef Hans Artschwager auf häufige Spielerwechsel. Auch erfreute sich Michael Kraus neuer Aufmerksamkeit. Hatte der Rückkehrer unter seinem Ziehvater Petkovic zuletzt mehr Zeit auf der Bank als auf dem Spielfeld verbracht, sieht ihn Knezevic in einer tragenderen Rolle: „Er hat zu wenig gespielt. Er ist immer noch ein Topspieler – was er auch gezeigt hat.“

Göppingen dominierte das Spiel

Kraus, der mit fünf Treffern hinter Marcel Schiller (6/3) zweitbester Frisch-Auf-Torschütze war, lief gegen Wetzlar vornehmlich im linken Rückraum für Momir Rnic auf, der nach seinem Trainingsrückstand aufgrund eines Bandanrisses nur zu Kurzeinsätzen kam.Dass Göppingen dieses Spiel dominierte, lag indes an einer Abwehr, die deutlich schneller auf den Beinen und aggressiver war als zuletzt. 6:3, 11:6, 15:11, 18:14 – bis dahin sah es so aus, als ob der Trainerwechsel seinen Zweck erfüllt. Aber als Christian Schöne, Manuel Späth und Schiller beste Chancen auch in Überzahl nicht nutzten, schmolz der Vorsprung – und es wuchs die bekannte Verunsicherung. „Wenn wir da die Tore machen, läuft es ganz anders“, sagte der Göppinger Spielmacher Tim Kneule. Als der überragende Nationalspieler Steffen Fäth (elf Tore) zwei Minuten vor Schluss Wetzlar erstmals in Führung brachte (24:23), drohte sogar die Niederlage, die Schöne mit einem Konter zum 24:24 zumindest abwendete.

Am Mittwoch (20 Uhr) wartet bereits der nächste Härtetest auf die Göppinger, wenn sie im Achtelfinale des DHB-Pokals in der ausverkauften Stuttgarter Scharrena auf den Zweitligisten TV Bittenfeld treffen. „Das ist ein extrem wichtiges Spiel“, sagt der Rückraumspieler Felix Lobedank, „auch für den weiteren Saisonverlauf.“

Unsere Empfehlung für Sie