Frisch Auf siegt im EHF-Cup Final Four zum Greifen nah

Von Jürgen Frey 

Spielerisch schwach, aber kämpferisch stark: Die im Rückraum stark ersatzgeschwächten Handballer von Frisch Auf Göppingen bleiben auf der internationalen Bühne erfolgreich.

Musste mit Adduktorenproblemen vom Feld: Göppingens Linkshänder Adrian Pfahl. Foto: Baumann
Musste mit Adduktorenproblemen vom Feld: Göppingens Linkshänder Adrian Pfahl. Foto: Baumann

Herning - Es war am Ende der Auszeit in der 53. Minute, als Manuel Späth das Wort ergriff: „Wir alle sind müde, aber jetzt müssen wir uns noch sieben Minuten den A. . . aufreißen“, schrie der Kapitän von Handball-Bundesligist Frisch Auf Göppingen. Auf 22:21 war der Vorsprung des EHF-Pokal-Titelverteidigers nach einer 22:17-Führung beim dänischen Club HC Midtjylland zusammengeschmolzen. Doch Späth und seine Mitstreiter brachten einen 25:22(17:14)-Sieg nach Hause. Damit steht Frisch Auf mit 6:0 Punkten auf Platz eins der Gruppe B. Die Final-Four-Teilnahme (20./21. Mai in Göppingen) ist zum Greifen nah. Da BM Granollers beim FC Porto mit 22:23 verlor, haben bei „Halbzeit“ nun alle drei hinter Frisch Auf platzierten Teams 2:4 Punkte. Zur Erinnerung: Als Gruppenerster oder als einer der drei besten Gruppenzweiten qualifiziert sich Frisch Auf direkt fürs Final Four. Als schlechtester Gruppenzweiter müsste Göppingen das Viertelfinale bestreiten.

Zu viele technische Fehler, aber Prost hält stark

„Ich bin mit den zwei Punkten zufrieden, mit der Leistung nicht“, sagte Frisch-Auf-Trainer Magnus Andersson nach der Partie in Dänemark vor 843 Zuschauern (darunter 30 lautstarke Fans aus Göppingen). Wieder einmal leistete sich seine Mannschaft viele technische Fehler, doch im Gegensatz zum blamablen 23:29 am vergangenen Mittwoch in der Bundesliga beim SC DHfK Leipzig, nutzte der limitierte Gegner die Göppinger Aussetzer nicht. Hinzu kam: Torwart Primoz Prost hielt um Längen besser, als bis zu seiner Auswechslung in Leipzig.

Heymann und Schoch sollen am Mittwoch helfen

Bei aller Kritik am spielerisch erneut schwachen Auftritt der Grün-Weißen – sie mussten personelle Nackenschläge wegstecken. Die verletzten Rückraumspieler Daniel Fontaine (Muskelbündelriss im Oberschenkel) und Jens Schöngarth (Bänderriss im Sprunggelenk) waren nicht mitgereist, nach 19 Minuten fiel dann auch noch Adrian Pfahl mit einer Adduktorenblessur aus, eine Kernspintomografie an diesem Montag soll Aufschluss über die Schwere der Verletzung des Linkshänders geben. Frisch Auf hatte in Zarko Sesum (mit fünf Toren bester Werfer), Tim Kneule und dem leicht angeschlagenen Lars Kaufmann nur noch drei Rückraumspieler zur Verfügung. An diesem Mittwoch (19.30 Uhr/EWS-Arena) im Rückspiel gegen die Dänen sollen die mit Zweifachspielrecht ausgestatteten Sebastian Heymann (TSB Horkheim) und Jona Schoch (TV Neuhausen) den Kader ergänzen.

Spiel gegen Lemgo „unglaublich wichtig“

Bei allem Fokus auf den EHF-Pokal tut Frisch Auf gut daran, die Bundesliga nicht zu vernachlässigen, zumal die hinter Göppingen platzierten Teams zuletzt zu überraschenden Punktgewinnen kamen. „Das tun wir auch überhaupt nicht“, betont Andersson und ergänzt: „Das Spiel am kommenden Sonntag zu Hause gegen den TBV Lemgo ist unglaublich wichtig.“ Möglicherweise kann dann Schöngarth schon wieder am Ball sein und die angespannte Lage im Rückraum wieder etwas entlasten.