Fußball-Bundesliga in Zeiten der Pandemie Geisterspiele: Kein Ende in Sicht

Gewohntes Bild: Stillleben der Mercedes-Benz-Arena Foto: Baumann 16 Bilder
Gewohntes Bild: Stillleben der Mercedes-Benz-Arena Foto: Baumann

Am 9. März 2020 trug der VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld zum letzten Mal ein Ligaspiel im deutschen Fußball vor vollen Rängen aus. Ein Jahr später sind Geisterspiele zur Gewohnheit geworden. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Stuttgart - Lockerungen lautet das Wort der Stunde, steigenden Infektionszahlen und Virusvarianten zum Trotz. Buchhandlungen, Blumenläden, Museen, Außengastronomie, Einzelhandel, Breitensport, sogar Kinos und Opernhäuser – in vielen Bereichen zeichnet sich ein Ende des strengen Lockdowns zumindest ab. Der genaue Fahrplan in Abhängigkeit von Inzidenzwerten wurde in der vergangenen Bund-Länder-Sitzung am 3. März verabschiedet. Die kommende Sitzung ist für 22. März anberaumt.

Was auffällt: In sämtlichen Konzepten taucht ein Bereich überhaupt nicht auf: Der Profisport und damit auch die Fußball-Bundesliga. Wie es in der Zuschauerfrage bei Großveranstaltungen weitergehen soll, steht in den Sternen. Auffallend still ruht der See sowohl bei Spitzenpolitikern als auch bei Fußballfunktionären. Ganz anders als im vergangenen Frühjahr und im zurückliegenden Herbst, als die Frage, ob und wann wieder gespielt werden darf und wann wie viele Fans wieder in die Stadien dürfen, zu einem heiß diskutierten Politikum wurde.

Als der VfB noch vor Fans spielte: Erinnerungen an den 9. März 2020

Jetzt geben sich angesichts der gesamtgesellschaftlichen Krise und der oft kritisierten Sonderrolle des Fußballs alle Beteiligten zurückhaltend. Keine Forderungen sind aktuell aus der Bundesliga zu hören; wenngleich doch alle, vom Profi bis zum Finanzvorstand, mit den Hufen scharren. Auch die Politik wendet sich anderen Themen zu. Außer von SPD-Gesundheitsexperte und Dauer-Mahner Karl Lauterbach sind keine Signale zu hören. Lauterbachs jüngste Empfehlung gegenüber der ARD-„Sportschau“ lautete: „Keine Fan-Rückkehr mehr in dieser Saison.“

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Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) rechnet man inzwischen mit diesem aus Sicht der Clubs denkbar schlechtesten Szenario: Dass bis Mai keine Zuschauer mehr zugelassen werden. Oder allenfalls ganz wenige an Orten mit niedrigem Infektionsgeschehen.

Ein Jahr Geisterspiele: Das sagen Beteiligte

Dabei ist man in Frankfurt in den vergangenen Wochen nochmals aktiv geworden und hat an gleich zwei Initiativen mitgewirkt, die auf eine baldige Teilöffnung hinwirken. Gemeinsam mit Kultur und Gastronomieverbänden wurde an technischen Lösungen zur besseren Nachverfolgung von Besucherströmen gearbeitet. Außerdem entwickelten Experten in Zusammenarbeit mit der DFL ein Hygienekonzept, das auf eine Teilauslastung von bis zu 40 Prozent hinwirkt. Insgeheim war die Hoffnung, bis Ostern erste Schritte umsetzen zu können. Diese Hoffnung ist seit dem jüngsten Bund-Länder-Treffen aber wieder verflogen.

In unserer Bildergalerie blicken wir auf das letzte Spiel des VfB vor vollen Rängen zurück. Viel Spaß beim Durchklicken!




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