Fußball-Bundesliga Union Berlin sorgt für miese Stimmung beim 1. FC Köln

Von red/dpa 

Der 1. FC Union baut seine imposante Heimserie aus und zerstört die nächste Hoffnung beim 1. FC Köln auf die Wende unter Markus Gisdol. Im ungleichen Aufsteigerduell wird ein Stürmer zum gefeierten Helden für die Berliner. Für Köln wird die Situation immer prekärer.

Sebastian Andersson war mit seinen zwei Toren der Matchwinner. Foto: dpa/Andreas Gora
Sebastian Andersson war mit seinen zwei Toren der Matchwinner. Foto: dpa/Andreas Gora

Berlin - Gäste-Trainer Markus Gisdol verschwand völlig gefrustet von der Seitenlinie, die Profis des 1. FC Köln holten sich die Pfiffe ihrer Fans ab. Mit einer verdienten 0:2 (0:1)-Niederlage scheiterten die Rheinländer im ungleichen Aufsteigerduell der Fußball-Bundesliga an der Berliner Heimstärke und vergaben am Sonntag die nächste Chance auf die Wende unter ihrem neuen Coach kläglich. Durch das dritten Spiel ohne Sieg nach seiner Verpflichtung muss sich Gisdol beim FC auf eine ungemütliche Vorweihnachtszeit einstellen.

Mit seinen Saisontreffern sieben und acht sorgte der schwedische Stürmer Sebastian Andersson (33./50. Minute) für den vierten Union-Sieg ohne Gegentor nacheinander im Stadion An der Alten Försterei. Dies schafften in der Bundesliga-Historie dem Fachmagazin „Kicker“ zufolge zuvor als Aufsteiger nur der TSV 1860 München (1979/80) und der Karlsruher SC (1975/76). Der Vorsprung von Union im gesicherten Tabellen-Mittelfeld auf Mit-Aufsteiger Köln beträgt nun bereits elf Punkte.

Jubel bei Union

„Das ist phänomenal, dass die Jungs heute wieder in Führung gehen und das 1:0 halten“, sagte Unions Geschäftsführer Oliver Ruhnert im TV-Sender Sky. „Wir genießen das heute“, meinte Ruhnert und lobte den Matchwinner. „Sebastian belohnt sich einfach - toll!“

Die Kölner wollten nur noch weg. „Wir haben zwei entscheidende Fehler gemacht. Das 0:1 spielt Union derart in die Karten, dass wir auf die Verliererstraße geraten“, sagte der nach 72 Minuten ausgewechselte Stürmer Simon Terodde und appellierte an seine Mitstreiter: „Wir haben jetzt noch drei Spiele vor der Winterpause - da geht’s nicht mehr um Personalien, da müssen wir punkten!“

Niedriges Niveau

Die Rheinländer zogen sich mit einer umformierten Abwehrreihe von Beginn an weit zurück, überließen Union die Initiative. Das Team von Trainer Urs Fischer tat sich aber mit den größeren Spielanteilen im Vergleich zu den bisherigen Heimsiegen gegen offensivere Kontrahenten wie Borussia Dortmund und Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach schwer.

Da zudem bei den Gästen in der ersten halben Stunde nur rund zwei Drittel aller Pässe beim Mitspieler ankamen, entwickelte sich zunächst eine Partie auf niedrigem Niveau mit wenigen Chancen. Einen Freistoß von Kölns Birger Verstraete aus halblinker Position entschärfte Union-Keeper Rafal Gikiewicz (29.) gewohnt sicher.

Hector fehlt

Gisdol musste neben Kapitän Jonas Hector (Gelbsperre) auch auf Abwehrchef Rafael Czichos verzichten, sodass Lasse Sobiech in der Zentrale sein Saisondebüt gab. Nach einer stabilen Anfangsphase offenbarte die FC-Verteidigung wie schon im vorigen Auswärtsauftritt bei RB Leipzig (1:4) abenteuerliche Aussetzer.

Bei einer Ecke von Union-Kapitän Christopher Trimmel entledigte sich Andersson Verfolger Simon Terodde und erzielte aus fünf Metern per Kopf seinen vierten Treffer in den vergangenen vier Ligaspielen. Fünf Minuten später hätten die Berliner erhöhen müssen, verspielten diese Gelegenheit beim Konter zu viert gegen den alleingelassenen Rechtsverteidiger Benno Schmitz aber leichtfertig.

Gisdol-Effekt verpufft

Frustriert zog sich Gisdol auf seinen Platz am Spielfeldrand zurück, nachdem er lange in roter Jacke wild gestikulierend und lautstark versucht hatte, Einfluss zu nehmen. Die Aufbruchstimmung ist nur drei Wochen nach seiner Verpflichtung als Nachfolger von Achim Beierlorzer schon wieder völlig dahin.

Dafür sorgte in Berlin vor allem der überragende Andersson. Nach der Pause legte der Schwede den Ball zunächst vorbei an FC-Keeper Timo Horn und ließ dann Sobiech ins Leere rutschen. Den Schuss konnte Sebastian Bornauw der Torlinientechnologie zufolge erst Zentimeter hinter der Linie klären. Die sechste Führung dieser Saison verwertete Union zum sechsten Sieg - Köln konnte keine Akzente mehr setzen.




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