Fußball Cacau hat auch die Grätsche noch drauf

Von Luca Kraus 

Der ehemalige Profi des VfB Stuttgart und deutsche Nationalspieler mischt bei den Jugendtagen in Rutesheim kräftig mit.

Der ehemalige Profi des VfB Stuttgart und deutsche Nationalspieler mischt bei den Jugendtagen in Rutesheim kräftig mit. Foto: Andreas Gorr
Der ehemalige Profi des VfB Stuttgart und deutsche Nationalspieler mischt bei den Jugendtagen in Rutesheim kräftig mit. Foto: Andreas Gorr

Rutesheim - Eingekleidet in VfB-Trikots warteten sie bereits seit rund 45 Minuten sehnsüchtig auf den Star des Abends, der im Stau stand und deshalb erst verspätet am Schulgelände in Rutesheim ankommen sollte. Als er endlich eintraf, wurden blitzschnell sämtliche ­Handys getückt. Begleitet von einer Fanschar betrat Cacau, der ehemalige Fußballprofi des VfB Stuttgart und deutsche Nationalspieler, gegen 18.45 Uhr den Rasen am Rutesheimer Schulgelände und kickte rund eine Stunde mit den anwesenden Kindern und Jugendlichen.

Für die derzeit stattfindenden Kinder- und Jugendtage haben sich die Organisatoren um Stephi Spriegel neben dem menschlichen Tischkicker oder Bubble-Fußball etwas ganz Besonderes einfallen lassen. „Wir haben lange überlegt, wie wir die Veranstaltung aufpeppen können. Dabei fiel relativ schnell der Name Cacau. Über einen Bekannten haben wir Kontakt zu ihm aufgenommen“, so Spriegel, die sowohl für die Gemeinde als auch für die Schule aktiv ist.

Trick und enge Ballführung

Mit der Einladung Cacaus ist den Organisatoren dabei ein voller Erfolg gelungen. Die Schüler jubelten ihrem Helden zu und hatten sichtlich Spaß. Zunächst zeigte der heute 36-Jährige sein Können auf dem Platz. Mit seiner engen Ballführung und seinen Tricks narrte er die begeisterten Gegenspieler mehrmals. Doch der als Kämpfer bekannte Cacau war sich auch nicht zu schade, zur Grätsche anzusetzen.

Und er gab sich sehr nahbar. Als sich ein Kind nach dem lockeren Kick bereits von ihm verabschieden wollte, rang Cacau der Mutter die Erlaubnis ab, bis zum Schluss bleiben zu dürfen. So war sie auch beim ­anschließenden Interview anwesend, in dem der gebürtige Brasilianer neben ­seinem Glauben und seinen schönsten ­Erinnerungen auch über seine schwere Kindheit in Sao Paolo erzählte.

Schwere Kindheit in Brasilien

Sein Vater war Alkoholiker, sodass die Mutter als Reinigungskraft Schwerstarbeit verrichtete, um Cacau und seine beiden Brüder über die Runden zu bringen. Mit Fußball lenkte er sich ab, der Durchbruch zum Fußballprofi gelang ihm aber nicht. Als Teil einer Tanzgruppe kam er 1999 nach Deutschland und erhielt bei einem Münchner Landesligisten einen Vertrag. Über den 1. FC Nürnberg kam er zum VfB Stuttgart, bei dem er seine erfolgreichste Zeit erlebte und 2007 Deutscher Meister wurde.

Daran erinnerten sich auch viele der anwesenden Jugendlichen, die gespannt seinen Worten lauschten. „Ich war schon öfter auf solchen Veranstaltungen und will den Kindern etwas von meiner Erfahrung mitgeben. Dafür ist das eine tolle Möglichkeit, die Kinder hatten unheimlich viel Spaß“, so Cacau, der im Anschluss noch geduldig alle Autogramm- und Fotowünsche erfüllte. Stolz präsentierten die Fußballfans ihre Errungenschaften, ehe sich auch der Star des Abends glücklich verabschiedete.




Veranstaltungen

Unsere Empfehlung für Sie