Fußball in Filderstadt Einst besser als Lewandowski

Harthausen statt Sielmingen: der frühere Rekordtorschütze Daniel Schlüter wechselt den Verein – und auch das Aufgabengebiet. Bei seinem bisherigen Club steht bereits der Nachfolger fest.

Filderzeitung: Franz Stettmer (frs)
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Harthausen/Sielmingen - Vom Fahrtweg her wird er sich nicht allzu groß umstellen müssen. Und auch die Spielklasse bleibt die gleiche, nämlich die Fußball-Kreisliga A, wenn auch in einem anderen Bezirk, statt Stuttgart fortan Neckar/Fils. Bisher ist Daniel Schlüter Trainer beim TSV Sielmingen. Nun ist der ehemalige Torjäger „auf der Suche nach einer neuen Herausforderung“ fündig geworden, wie er sagt – und zwar nur einen Katzensprung entfernt, beim Ortsnachbarn TSV Harthausen. Von Filderstädter Verein zu Filder­städter Verein also. Im Brandfeld übernimmt Schlüter einen neu geschaffenen Posten: Er steigt als sportlicher Leiter der Fußballabteilung ein. Zudem wird er als Co-Trainer neben dem zum Chefcoach beförderten Roko Agatic fungieren. An Schlüters künftiger Wirkungsstätte spricht man freudig von einem „Transfercoup“, während die Verantwortlichen an seiner alten reagiert haben: Der Nachfolger steht bereits fest.

Schon im Januar hatte Schlüter in Sielmingen intern über seine Ausstiegspläne informiert. Nach vier Jahren an der Seestraße, davon dreieinhalb als Trainer, halte er die Zeit für reif, etwas anderes zu machen. Als der Harthausener Fußballchef Patrick Brosch davon hörte, nahm er Kontakt auf. Nach der Rufnummer musste er nicht recherchieren – er hatte sie bereits, ist Schlüter doch ein Kumpel von ihm. Mit dessen Verpflichtung verbindet Brosch nun zwei Erwartungen: zusätzliches Knowhow und vor allem auch Entlastung. Bislang hat Brosch quasi als Mädchen für alles gleich mehrere Ämter selbst bekleidet: Abteilungsleiter, Spielleiter, Zweite-Mannschaft-Trainer, Jugendcoach. „Ich brauche definitiv jemanden, der mich unterstützt. Mit Daniel haben wir jetzt den perfekten Mann“, sagt er. Jener verfüge über viel Erfahrung und „ein großes Netzwerk“.

Einst Rekordtorschütze

Auch statistisch hat Schlüter etwas vorzuweisen: Als Spieler avancierte er einst zum Rekordtorschützen eben der Kreisliga A. Für den TSV Bernhausen kam der heute 38-Jährige auf alles überragende 52 Saisontreffer, damals noch unter dem Nachnamen Preuß. Rein an der Zahl gemessen, verblasst daneben selbst ein Lewandowski. Und mit den Sielmingern feierte der Neue zweimal den Aufstieg in dieselbe Liga. Allerdings drohte in der aktuellen Runde, die dann ja wegen Corona ohne Wertung abgebrochen wurde, auch der erneute Abstieg.

In Harthausen sollten Schlüter solche Sorgen erspart bleiben. Dort geht der Blick nach einigen knapp gescheiterten Anläufen in die Bezirksliga unverändert nach oben. Der Kader, den Brosch in den nächsten Jahren verstärkt mit jungen Perspektivspielern bereichern will, bleibt fast komplett zusammen. Hinzu kommen in diesem Sommer acht Kicker von den eigenen A-Junioren. Darüber hinaus sind drei externe Zugänge fix: Robin Kurrle (26, Spvgg Stetten, Abwehr), Alexander Kurrle (28, pausierte/zuvor Spvgg Stetten, Abwehr) und Nikola Lovric (28, pausierte/zuletzt TSV Schönaich, Mittelfeld).

Cardoso als Nachfolger

Unterdessen haben die Sielminger Macher die Entwicklung unaufgeregt verfolgt. „Es ist alles fair abgelaufen“, sagt Patrick Tribull, seines Zeichens Abteilungsleiter an der Seestraße. Gelassenheit kann er auch deshalb walten lassen, weil wie gesagt ein Schlüter-Nachfolger bereits in den Startblöcken steht. Einig ist sich der zuletzt Tabellenvierzehnte mit Miguel Cardoso. Die Vertragsunterschrift des ehemaligen Landesliga-Spielers des SC Echterdingen und SV Hoffeld soll in den nächsten Tagen erfolgen. Für Cardoso wird es die erste Trainerstation im Aktivenbereich. Er wird sich, im Gegensatz zu Schlüter, an eine neue Fahrtrichtung gewöhnen müssen. Bis vor einem Jahr war der aus Portugal stammende 40-Jährige „Co“ bei den C-Junioren des FSV Waiblingen, mit denen ihm als Oberliga-Meister der Sprung in die Regionalliga gelang. Seither pausierte Cardoso, nachdem er zum zweiten Mal Vater geworden ist.




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