Fußball in Rutesheim Was kommt nach dem dritten Platz?

Jens Eng gibt jetzt die Kommandos bei der SKV Rutesheim. Foto: Andreas Gorr
Jens Eng gibt jetzt die Kommandos bei der SKV Rutesheim. Foto: Andreas Gorr

Der neue Rutesheimer Trainer Jens Eng will die Zielvorgabe mit der Mannschaft erarbeiten.

Leonberg: Andreas Klingbeil (kli)

Rutesheim - Bei einigen Punktspielen hat er sich unter die Zuschauer gemischt, eine kurze Vorstellungsrunde gab es auch schon. Am Dienstagabend nun hat der Alltag für den neuen Mann auf der Kommandobrücke bei der SKV Rutesheim begonnen. Jens Eng leitete die erste Trainingseinheit bei dem Verbandsligisten. Ballgewöhnung, Passübungen und eine kleine Turnierform standen auf dem Programm.

Es ist ein Einschnitt. Nach acht Jahren unter dem Coach Rolf Kramer, der den Verein beinahe bis in die Oberliga geführt hat, soll nun der 41-Jährige die erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Die ersten 14 Tage der sechswöchigen Vorbereitungszeit bis zum Punktspielstart am Wochenende 10./11. August hat der A-Lizenzinhaber unter die Überschrift „Beschnuppern“ gestellt. „Duftmarken setzen kann ich noch gar nicht groß. Ich werde die Mannschaft erst einmal beobachten, wie sie die Dinge angeht und umsetzt“, sagt Jens Eng.

Die Enttäuschung ist verarbeitet

Er übernimmt die Mannschaft in einer nicht ganz einfachen Situation. Zuvor fast abgestiegen, spielte sie eine überragende Saison und stand nach dem 1:1 gegen den VfL Nagold im Saisonfinale als Tabellendritter doch mit leeren Händen da. Der Bankkaufmann, der fünf Jahre lang den TSV Schwieberdingen in der Bezirksliga betreut hat, glaubt nicht, dass die Enttäuschung darüber in den Köpfen hängen geblieben ist: „Wir haben das nicht mehr thematisiert. Ich habe den Spielern meinen Respekt für die vergangene Saison gezollt und den Eindruck gewonnnen, dass sie voller Tatendrang sind.“

Der neue Coach kann auf einen eingespielten Kader zurückgreifen. Mit Alexander Grau, Dimitriy Lubenskiy (beide TSV Heimerdingen), Christos Oxouzidis (SV Perouse), Albion Maliqi (TSV Heimsheim), Robert Feik, Dennis Mangold und Noah Lulic (alle Ziel unbekannt) sind zwar sieben Spieler nicht mehr an Bord. Lediglich der Stürmer Lulic war jedoch eine feste Größe in der Mannschaft. Neuzugänge sind die Offensivkräfte Felix Gutsche (SV Wachbach) und Collin Schulze (FSV Bissingen), die Mittelfeldspieler Mustafa Uslu und Robin Münst (beide SGV Freiberg (U 19) sowie der Schlussmann Kerim Redzepovic aus der eigenen U 23. Getreu dem Rutesheimer Modell werden zudem in den ersten Wochen die U 23-Spieler Oliver Käpplinger, Marvin Hampel, Jaron Hetzer, Paul Meyer und Nicklas Schaupensteiner mittrainieren.

In der Verbandsliga etablieren

Das Saisonziel will Jens Eng, der von 2005 bis 2008 selbst als Spieler das Rutesheimer Trikot trug, erst im Laufe der Vorbereitung mit der Mannschaft erarbeiten. „Es geht nicht nur um eine Platzierung, sondern auch darum, wie man miteinander umgeht auf und außerhalb des Platzes. Wir wollen uns in der Verbandsliga etablieren, möglichst im oberen Drittel. Zu den Favoriten zählen wir uns aber nicht.“

Nachdem das Rutesheimer Team in der abgelaufenen Saison mit 71 Toren hinter dem VfL Sindelfingen (78) den zweitbesten Angriff gestellt hat, will der Übungsleiter mit diesem Pfund wuchern, mutig und offensiv agieren. Revolutionäre Änderungen im Spielsystem gibt es nicht. Jens Eng: „Ich müsste verrückt sein, wenn ich die Grundordnung in die Tonne klopfen würde. Darauf wollen wir aufsetzen.“





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